Viele Geschenkideen und Gebrauchsartikel im Sortiment der gestern vorgestellten BBS-Firmen

Produktive und kreative Schüler

Die Lehrer Carolin Brefort, Ralf Röhl und Sönke Meyer (hinten von rechts) stellten mit den Geschäftsführern der Schülerfirmen die Produkte vor, die an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen entstehen.

Landkreis - (ck) · Cedrik Ebenthals Vater hält nicht viel von halben Sachen: Während der Gründungsfeier der Schülerunternehmen „TBL“ und „FoMeETi“ an den Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises gab „FoMeETi“-Geschäftsführer Cedrik als Leitspruch für Erfolg das Motto seines Papas aus: „Wir orientieren uns nicht am Scharren der Hühner, sondern am Flug des Adlers.“ Und spätestens nach den vielversprechenden Präsentationen der Firmen mit all ihren Abteilungen und den hier hergestellten Geschenkideen konnten sich die Gäste im Foyer der Wildeshauser Widukind-Halle vorstellen, dass die ersten Erträge nicht lange auf sich warten lassen.

Bevor jedoch in beiden „Betrieben“ die Produktionen starteten, stand wie vor jedem Start in die Selbstständigkeit an der „Berufsfachschule Wirtschaft“ erst einmal Marktforschung an. „Aber schon die vorherige Phase der Diskussion, welche Produkte wir anbieten wollen, war extrem spannend“, erinnerte sich Ebenthal. Nun aber „steht“ die Firma – mit Geschäftsführern, Abteilungsleitern, Mitarbeitern für Fertigung, Vertrieb und Rechnungswesen. Über ein solches Organigramm verfügt auch die Firma „TBL“ als Abkürzung für „Traumhafter Berufseinstieg durch Leistung“. Hier entstehen T-Shirts mit Motiven, die die Kunden einreichen. Anneke Backhus erläuterte, wie ihre Mitarbeiter die Vorlagen aufbereiten und die Textilien maschinell bedrucken. Auch bei Buttons und Schlüsselanhängern gibt der Auftraggeber vor, was darauf zu sehen sein soll, wie Nadine Zywerk berichtete. Maik Spohler präsentierte das Geschäftsfeld der Lederarmband-Herstellung – ebenfalls vom Materialeinkauf bis zum Ausstellen der Rechnungen.

„FoMeETi“ als Name der zweiten Firma steht für „Foto“, „Metall“, „Eventmanagement“, „Tassen“ und „Info-Buch“ (eine Lektüre über Wissenswertes zu Solartechnik einschließlich Gutschein für ein Beratungsgespräch über die Energiegewinnung).

Die Fotos „schießt“ ein professioneller Fotograf, der aus dem Sichten der Kostenvoranschläge hervorging. Die Schülerfirma bietet Klassenfotos, Porträts und Passbilder an, erläuterte Abteilungsleiterin Rebecca Geisler. Mirko Kinzel brachte den Zuhörern die vermarktete Metallkunst aus der BBS-Klasse „B1MVT“ näher. Und Claudia Giebelmann referierte über die teure Anschaffung der Popcorn-Maschine, die nun die Schüler für 50 Cent pro Tüte versorge, gestern aber leckere Kostproben für die Gäste „ausspuckte“.

Dennis Grundmeier stellte die Leistungspalette rund um Mousepads und Motivtassen vor. Zwei dieser „personalisierten“ Becher überreichte Lehrer Ralf Röhl an Landrat Frank Eger und Wildeshausens Bürgermeister Dr. Kian Shahidi.

„Wirtschaft live hat bei uns an den BBS Tradition“, erinnerte Röhl an die jahrzehntelange Geschichte der Übungsfirmen. Weil Deutschland nicht nur aus einer Dienstleistungs-, sondern auch einer Industriegesellschaft bestehe, wollten er sowie seine Kollegen Carolin Brefort und Sönke Meyer ihren Schützlingen Einblicke in Produktionsprozesse „vom Anfang bis zum Ende“ gewähren. „Das beginnt bei uns mit der Ideenfindung durch die Schüler selbst.“ Die Fertigung sei mit viel Geld als Anschub-Investition – etwa in Druckmaschinen – verbunden. Daher dankte Röhl dem Schulförderverein für die Starthilfen. Aber die Beschäftigten der Firmen stünden dafür ebenfalls gerade – mit ihren Einlagen.

„Das rege Interesse dieser jungen Menschen zeigt, wie ernst es ihnen ist“, urteilte Shahidi. „Sie wollen eine gute Ausbildung und im Leben vorankommen. Sie sind umtriebig.“ Mit Blick auf die Verkaufsstände bedauerte er, dass er sein Portemonnaie vergessen habe. „Vielleicht hilft der Landrat mir aus…“

Der derart „angepumpte“ Adresssat reagierte gelassen – und er riet auch den jungen Unternehmern, sich nicht allein von der Aussicht auf Gewinn leiten zu lassen, sondern auch vom sozialen Denken. Schon jetzt warnte Eger: „Sie werden viel Arbeit haben und auch harte Rückschläge hinnehmen müssen. Aber machen Sie etwas draus“, riet er ihnen mit Blick aufs Erlernen von Sozialkompetenz: „Solch eine Chance bietet sich Ihnen nie wieder.“

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