DRK-Kleiderkammer seit vier Jahren / Kunden fühlen sich wie in einem Geschäft

„Pro Monat sortieren wir etwa zwei Tonnen Kleidung“

Margret Hentemann präsentierte gestern das gut sortierte Angebot in der DRK-Kleiderkammer. ·
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Margret Hentemann präsentierte gestern das gut sortierte Angebot in der DRK-Kleiderkammer. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerIm Januar gibt es die Kleiderkammer des DRK in Wildeshausen seit vier Jahren. Der Kunde aber fühlt sich hier nicht etwa wie in einer Kammer, sondern vielmehr wie in einem Bekleidungsfachgeschäft. Wir haben die Leiterin der Einrichtung, Margret Hentemann, am Grünen Weg besucht.

Rund 20 Ehrenamtliche stehen ihr zur Seite, wenn es darum geht, die Kleidung ansprechend im „Laden“ anzupreisen oder zu verkaufen. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Sachen eben wie in einem Kaufhaus angeboten werden, sortiert in verschiedenen Abteilungen. Nur so ist es möglich, dass die Kunden das finden, was sie suchen“, sagt Margret Hentemann.

Trotz der bestehenden Ferien, die Kleiderkammer bleibt bis zum 4. Januar geschlossen, sind die Ehrenamtlichen fast täglich damit beschäftigt, die Ware zu sichten und zu sortieren. „Schließlich müssen wir täglich die Container leeren“, betont Margret Hentemann. Jede der Frauen käme auch sonst an zwei Vormittagen in der Woche, um diese wichtigen Arbeiten zu erledigen.

„Traurig ist, dass es immer wieder mal Zeitgenossen gibt, die unsere Kleidercontainer als Mülleimer ansehen“, sagt Margret Hentemann. „Dann finden wir darin sogar dreckige Windeln und verschmutzte Unterwäsche.“ Der überwältigende Großteil aber sei sehr gut und könne ohne Probleme in den Verkauf gehen: „Sehr viele Bürger haben längst den Sinn dieser Einrichtung erkannt und versorgen uns mit Kleidung.“ Pro Monat müssten annähernd zwei Tonnen Bekleidungsstücke gesichtet und nach Größen und Art einsortiert werden.

Donnerstags stehen von 15 bis 18 Uhr stets zehn Frauen den etwa 150 Kunden zur Verfügung, die pro Kleidungsstück zwischen 50 Cent und zwei Euro zu zahlen haben. Lediglich für dicke Wintermäntel werden vier Euro verlangt. In der vergangenen Woche aber gab es für die Mütter noch eine ganz besondere Überraschung. Zum Einkauf bekamen sie kostenlos noch eine dicke Kinderjacke obendrauf. „Die Freude bei den Frauen war wirklich sehr groß. Wir bekommen ohnehin immer wieder sehr viel Dank für unsere Arbeit“, sagt die Leiterin der Kleiderkammer.

Während immer wieder einmal Kunden darauf hingewiesen werden müssten, dass sie nicht berechtigt seien in der Kleiderkammer einzukaufen, bestehe bei anderen Bürgern auch heute noch die Schwellenangst. „Stichpunktartig werden die Kunden kontrolliert, sie müssen ihren Hartz-IV-Ausweis vorlegen. Auf der anderen Seite weiß ich von vielen Wildeshausern, dass sie berechtigt sind, bei uns zu kaufen. Diese trauen sich einfach nicht“, erzählt Margret Hentemann. Sie wisse, dass diese Bürger die Kleiderkammer im Nachbarort aufsuchen, um hier nicht gesehen zu werden: „Das aber ist falscher Stolz, niemand muss sich schämen, ein solches Angebot in Anspruch zunehmen.“

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