54 Kinder des DRK-Kindergartens beweisen, dass sie sich als Fußgänger vorbildlich verhalten können

Praxistest im Realverkehr

Nach der Einteilung der Streckenposten (kleines Bild) machten sich die DRK-Kindergarten-Kinder gestern Morgen nacheinander in Zweier-Teams auf den Weg. Ihre Aufgabe war es, sich als Fußgänger im Realverkehr sicher zu bewegen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· „Gehen wir heute wirklich ohne Polizisten durch den Ort?“ Die sechsjährige Jasmin fragte vorsichtshalber nochmal nach, lag mit ihrer Vermutung aber goldrichtig: 54 Jungen und Mädchen des DRK-Kindergartens Harpstedt mussten gestern beweisen, dass sie sich als Fußgänger im Straßenverkehr sicher bewegen und vorschriftsmäßig verhalten können. Jeweils zu zweit und ausgerüstet mit Leibchen in einem leuchtenden Gelb durchstreiften sie Harpstedt auf einer vorgegebenen Marschroute, ohne dass Erwachsene sie begleiteten.

Allerdings standen an allen neuralgischen Punkten, wo besondere Aufmerksamkeit gefragt war, Eltern, Großeltern und Erzieherinnen, die „Cheforganisatorin“ Silke Bleckwehl-Stöver als Streckenposten eingeteilt hatte.

Im Drei-Minuten-Takt wurden die Zweier-Gruppen auf die Reise geschickt. Am Hotel „Zur Wasserburg“ vorbei ging‘s in den Ortskern und über die Grüne Straße, die I. Kirch-, die Lange, die Loge- sowie erneut die Grüne Straße weiter zur „Schwarzen Brücke“. Der Rückweg zum Kindergarten führte über den Tielingskamp und an der Begegnungsstätte entlang. Am Ende wartete der „Fußgängerführerschein“ in Form einer Urkunde auf jedes Kind.

Rolf Quickert, Verkehrssicherheitsberater für den Landkreis, und sein Kollege Detlef Hannemann von der Polizeistation Harpstedt hatten die Jungen und Mädchen in Theorie und Praxis auf den Tag vorbereitet. „Am Dienstag vergangener Woche sind wir die Strecke mit den Kindern in vier Gruppen abgelaufen. Außerdem gab es Trockenübungen im Kindergarten. Dabei haben wir die Kleinen darauf hingewiesen, was sie alles beachten müssen“, so Quickert.

Die Kiddies lernten, dass sie auf Fußwegen immer an der Häuserreihe und nicht am Bordstein entlang laufen sollen, dass sie vor dem Überqueren der Straße nach links, nach rechts und wieder nach links schauen und Fahrbahnen zügig, aber nicht rennend queren müssen. Die Polizisten machten sie auf mögliche Fahrzeuge aufmerksam, die aus Grundstückseinfahrten kommen können. Gefahren an Einmündungsbereichen waren ebenso Thema. Auf Radfahrer achten, bei „Grün“ an der Ampel nicht sofort über die Fahrbahn „schießen“, sondern sich vergewissern, dass der Fahrzeugverkehr auch wirklich hält, vor dem Queren der Straße am Fahrbahnrand einmal mit dem Fuß stampfen, um ganz bewusst zu stehen – solche und viele weitere Tipps gaben die Ordnungshüter den Kleinen an die Hand. „Ich habe spaßeshalber auch den ,Knigge‘ ins Spiel gebracht und erzählt, dass beim paarweisen Gehen das Mädchen direkt an der Häuserreihe entlang laufen soll, weil es besonderen Schutz genießt, und der Junge als Kavalier direkt daneben“, verriet Quickert schmunzelnd.

„Wir sollten Vertrauen in unsere Kinder setzen. Sie können weit mehr, als wir ihnen oft zutrauen“, weiß der Verkehrssicherheitsberater. Ein Dorn im Auge sind ihm die vielen „Eltern-Taxen“ vor Unterrichtsbeginn an den Schulen. Die Kinder müssten nun wirklich nicht bis direkt vor die Tür chauffiert werden. Viel sinnvoller wäre es, sie etwa 150 Meter vor der Schule abzusetzen und sie zumindest das letzte Stück zu Fuß gehen zu lassen.

Die Polizei fuhr gestern im Streifenwagen durch den Ort, um zu schauen, ob die Kindergartenkinder das Gelernte auch umsetzten. Die Jungen und Mädchen sollten begreifen, dass sie eine Prüfung im Realverkehr absolvierten. „Wenn ich jemanden erwische, der aus der Reihe tanzt, muss der Betreffende anschließend beim Kindergarten zeigen, dass er‘s auch richtig kann“, nahm sich Quickert vor. Am Ende vermeldete er: „Alle Kinder haben ihre Sache gut gemacht und den Fußgängerführerschein erhalten.“ Auto- und Radfahrer hätten allerdings hier und da in ihrem Verhalten die nötige Rücksichtnahme vermissen lassen. Zu brenzligen Situationen sei es aber nicht gekommen. Am Rande erwähnte Quickert, die Verkehrswacht habe 15 Warnwesten für den DRK-Kindergarten Harpstedt gesponsert.

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