Landwirtschaftskammer hatte Betriebsleiter aus Schweineproduktion eingeladen / Beste Höfe geehrt

Mit Praxisnähe und Preismünzen

Mehr als 140 Landwirte informierten sich gestern in Sage-Haast während des „Fachgesprächs Schweineproduktion“.

Oldenburg - SAGE (ck) · „Viele Schweine machen Scheine“ – diese Weisheit gilt in diesen wirtschaftlich schwachen Zeiten schon längst nicht mehr. Dennoch verzeichnet diese Sparte der Lebensmittelproduktion Zuwächse, wie Heinrich Grupe als Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestern vor mehr als 140 Landwirten im „Haaster Krug“ heraus stellte: „Deutschland ist in den vergangenen Jahren zum Expor teur für Schweinefleisch gewachsen“, unterstrich er zur Begrüßung des „Fachgesprächs Schweineproduktion“ in Sage-Haast. Um die Erträge pro Tier vielleicht noch zu steigern, hörten die Züchter, Ferkelerzeuger und Mäster verschiedene Vorträge.

Klar, dass dieses Forum auch verschiedene Besamungsstationen nutzten, um mit Prospekten und Flyern für sich zu werben. Aber „ohne diese Unterstützer aus der Wirtschaft wäre dieser Tag nicht zu organisieren gewesen“, stellte der Kammer-Vize heraus. Und das richtige Erbgut bezeichnete er als „wichtige Stellschraube“ angesichts des Wettbewerbs durch zunehmende Ferkelimporte aus Deutschland und den Niederlanden, gepaart mit dem bundesweiten Strukturwandel, der den Betriebsleitern nur noch wenig finanziellen Spielraum lasse. Dies belege die rückläufige Zahl an Höfen. Und die übrig bleibenden Betriebe seien zunehmend zu größeren Beständen gezwungen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Also: „Nur wenn das genetische Potenzial der Tiere mit den Zielen der Vermarktung in Einklang ist, wird ein optimales wirtschaftliches Gesamtergebnis erzielt.“

Über derart nützliche Erkenntnisse aus der Zucht referierten Dr. Heiko Janssen als Referent für Schweinehaltung und -zucht in Diensten der Kammer sowie Dr. Ernst Tholen vom „Institut für Tierwisssenschaften“ der Universität Bonn. Aufmerksam verfolgten die Landwirte deren Thesen.

Und getreu dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ trat anschließend Thorsten Koop ans Mikrofon, der den Kollegen Einblicke in seine Arbeit gewährte. Der Landwirt aus Steyerberg im Landkreis Nienburg züchtet einerseits Eber, vermehrt aber auch Jungsauen – und das anscheinend sehr erfolgreich. Denn im weiteren Verlauf dieses Praxistags zeichnete Heinrich Grupe Thorsten Koop mit der bronzenen Preismünze der Landwirtschaftskammer aus. Damit würdigte der Verband die züchterische Leistung des Betriebs. Weitere Preismünzen gingen an den Zuchtbetrieb Panning aus Walsrode und den Betrieb Werning in Isterberg bei Bentheim (ebenfalls Bronze), Renke Sprecht aus Westerstede, den Hof Farnsteiner aus Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg (jeweils in Silber) und sogar in Gold an den Betrieb Eickhorst aus Engeln in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen (Landkreis Diepholz).

„Zu den Kriterien dieser Preisvergabe zählen hervorstechende Qualitäten in der Zucht – zum Beispiel ein hoher Ferkel-Absatz pro Sau, eine gute Mastleistung und erfreuliche Schlachtergebnisse“, erläuterte Dr. Ludwig Diekmann von der Landwirtschaftskammer, der das Fachgespräch moderierte. Geld sei mit diesen Preisen allerdings nicht verbunden – „nur die Ehre“.

Das Geld zum Decken aller Investitionskosten müssen die Schweinehalter also anderweitig eintreiben – „und das gibt's eben erst dann, wenn das Tier am Haken hängt“, unterstrich Dr. Heiko Janssen in seinem Referat. Diese Erträge landen zwar beim Mäster, aber auf diesem Umweg eben auch beim Ferkelerzeuger. Janssen sah jedoch weiterhin gute Verkaufschancen, denn der Verzehr von Schweinefleisch mit etwa 39 Kilogramm pro Bundesbürger jährlich bewege sich seit Jahren auf einem stabilen Niveau. Deutlich dahinter rangiere Geflügel mit elf und Rindfleisch mit 8,3 Kilogramm im Jahr 2008. Trotzdem belaufe sich die Schweinefleisch-Versorgung auf 105 Prozent und damit über dem inländischen Bedarf. „Wir müssen also unsere Waren auf dem ausländischen Markt absetzen“, folgerte Janssen.

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