„Agrarfrost“ fand dank Kooperation zwischen Berufsfachschule und Wirtschaft drei neue Azubis

Praktikum endete mit Lehrstelle

Eine positive Bilanz des neuartig angelegten Praktikums zogen Oswald Schröder (l.) und Bernt Müller (3.v.l.) von „Agrarfrost“ sowie die Berufsschüler Angelina Böhm, Anna-Lena Koch, Katharina Meyer, Christian Müller, Dirk Brengelmann und Rebecca Geisler und ihr Lehrer Ralf Röhl (von links). Drei Praktikanten werden als Azubis übernommen.

Oldenburg - LANDKREIS/ALDRUP (ck) · Ihr vierwöchiges Praktikum genügte drei jungen Leuten der Wildeshauser „Berufsfachschule Industrie“, um im Aldruper Unternehmen „Agrarfrost“ einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So nachhaltig, dass sie gestern zum Ende ihres ersten kompletten Monats in der freien Wirtschaft einen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatten. „Bei dieser Kooperation zwischen unserer Schule und den Unternehmen gibt es eigentlich nur Gewinner“, unterstrich Ralf Röhl als Lehrer der Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises.

So sehen Christian Müller, Rebecca Geisler und Katharina Meyer ab August ihren Ausbilder Bernt Müller, „Agrarfrost“-Personalleiter Oswald Schröder und weitere Kollegen der bisher durchlaufenen Abteilungen wieder. Während die bereits eingearbeiteten Azubis dort den zukunftsträchtigen Beruf des Industriekaufmanns erlernen, freut sich der Konzern auf motivierten Nachwuchs aus nächster Nähe zum Hauptsitz. „Die Abstimmung mit den Lehrkräften und deren Vorauswahl hat gut funktioniert, und wir wollen ja mit unserer Ausbildung auch etwas für die Region tun“, stellte Schröder heraus. Noch sehe er sich auf der Suche nach geeigneten Kräften nicht den negativen Folgen des demografischen Wandels ausgesetzt, „aber in einigen Jahren dürfte sich das gewaltig ändern. Deshalb bieten wir bei uns im Haus ja schon zusätzliche Qualifikationen an.“

„Das ist genau der Effekt, den wir erzielen wollten“, freute sich Röhl gestern über das erfolgreiche Praktikum für insgesamt 195 Schüler. In dieser Form der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule war es das erste Praktikum, denn nach der Reformierung der Handelsschulen mit Einführung der einjährigen Berufsfachschulen im Sommer 2009 mussten die Lehrer die neuen Konzepte mit Leben füllen.

Die Jugendlichen hatten sich selbst um ihre Plätze beworben – bei Firmen im Landkreis, aber auch bis hin nach Bremen. Sämtliche „Arbeitgeber auf Zeit“ hatten Oberstudienrat Röhl und seine Kollegen besucht und nach ihren Eindrücken befragt. „Und alle reagierten positiv auf den Verlauf des Praktikums“, berichtete er. Das sei aber auch zum Großteil ein Verdienst der Mittelstandsvereinigung Wildeshausen (MIT): Vorsitzender Manfred Wulf und die anderen Unternehmer der Region hätten die Kooperation „sehr gut vorbereitet“. Durch eine gemeinsame Informationsversammlung mit dem Arbeitskreis „Schule/Wirtschaft“ „konnten wir viele Betriebe erreichen“. Unter anderem auch die Verantwortlichen von „Agrarfrost“ – und die legten sich mächtig ins Zeug: Erstens nahmen sie sechs Praktikanten auf und damit mehr als jede andere Firma. Zweitens „haben wir dafür gesorgt, dass jeder einen eigenen Arbeitsplatz samt Computer bekam“, unterstrich Schröder. Und Ausbilder Müller, selbst ein ehemaliger Schüler Röhls an den BBS, nannte den Grund: „Es bringt nicht so viel, wenn die Praktikanten uns nur über die Schulter schauen. Bei uns haben sie alle Bereiche durchlaufen.“ Dazu gehörten Buchhaltung, Einkauf, Export, Inlandsgeschäft, Vertrieb, Personalabteilung und Marketing. „Die Buchhaltung hat mir am meisten Spaß gemacht“, bilanzierte Christian Müller. Seine Mitschülerin Anna-Lena Koch gefiel es am besten im Vertrieb. Katharina Meyer und Rebecca Geisler fanden hingegen, dass es ihnen überall Spaß gemacht habe.

Natürlich weiß auch Personalchef Schröder, dass nicht jeder Betrieb sechs Schüler aufnehmen kann. „Aber wir wollen jedem nur raten, wenigstens einen oder zwei Plätze fürs nächste Praktikum anzubieten. Zudem schlug er Röhl vor, diesen Monat künftig in den November zu verlegen: „Dann könnten wir schon vor Weihnachten die Zusage von Ausbildungsplätzen geben.“

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