Tolles Kunsthandwerk im Schützenhof

Plattdeutsche Bibelverse auf Glaskugel

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Heiko Henke malte die St. Firminuskirche auf eine mundgeblasene Tannenbaumkugel. ·

Dötlingen - Weihnachtsmärkte gibt es viele, Kunsthandwerkermärkte auch. Doch die Kunsthandwerkertage im Schützenhof „Unter den Linden“ in Dötlingen sind schon etwas ganz Besonderes.

„Wir suchen ganz gezielt nach interessanten Anbietern“ sagt Ruth Schöbel, die den Markt seit fünf Jahren organisiert. Dabei sei es wichtig, Stammanbieter zu haben, die ihr Programm variieren, und neue Standbetreiber, die ungewöhnliche Waren im Angebot haben. Wie zum Beispiel Heiko Henke aus Luttum bei Kirchlinteln. Er bezieht mundgeblasene Glaskugeln aus Thüringen und bemalt diese mit Acrylfarbe. Ganz speziell für Dötlingen hatte er Kugeln mit der St. Firminuskirche dabei. „Ich suche mir immer ein regionales Motiv aus“, erzählte er. „Die gehen meistens besser als andere Motive.“ Zwei Stunden braucht der Rentner, um eine Kugel zu bemalen. „Das ist Hobby“ sagt er angesichts einer recht geringen Gewinnspanne.

Ebenso ungewöhnlich ist ein anderer Kunsthandwerker, der auch mit mundgeblasenen Kugeln hantiert. Lois Pfeiffer aus Oldenburg schreibt mit der Hand die Weihnachtsgeschichte oder die Geschichte von den vier Kerzen auf das Glas. Das ist gar nicht so leicht. „Gestern habe ich mich einmal verschrieben und vier Kugeln fallen gelassen“, umreißt er den Schwund bei der Arbeit. Pfeiffer schreibt die Weihnachtsgeschichte auf Wunsch auch auf englisch oder französisch auf die Kugel. „Es geht auch auf plattdeutsch“, sagt er und bemalt mit seinem Lackstift die nächste Kugel.

Aus der Serviettentechnik entstand ein besonderes Hobby von Hannelore Klotz aus Thüringen. Sie fertigt 3-D-Bilder mit Beleuchtung. Dazu bemalt sie Lampenfolie mit unterschiedlichen Motiven und spannt sie auf Keilrahmen, die ihr Mann Karl-Heinz gefertigt hat. Organisatorin Schöbel ist auf das Ehepaar Klotz im Rahmen einer Ausstellung in Bruchhausen-Vilsen aufmerksam geworden. Dort hatten die beiden Thüringer ihre kleinen Schmuckstücke präsentiert.

Auf dem Markt gab es weitere ungewöhnliche Unikate. So zum Beispiel Lampen, deren Ständer aus Musikinstrumenten gefertigt wurden, handgemachte Puppen und geklöppelte Waren.

„Wir hatten schon am Sonnabend einen guten Besuch“, freute sich Ruth Schobel. Gestern Nachmittag wurde es dann richtig voll im Schützenhof. „Oft gucken die Frauen am Sonnabend, und am Sonntag kommen sie dann mit ihrem Partner und kaufen“, hat Schöbel beobachtet. · dr

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