Mann an Schweinegrippe erkrankt

Permanenter Kontakt zum Patienten

Landkreis - (ck) Nun hat auch der Landkreis Oldenburg seinen ersten Schweinegrippe-Fall. Aber weder beim 39-jährigen Patienten aus einem Ganderkeseer Ortsteil noch bei den Kollegen des Gesundheitsamts vom Landkreis Oldenburg kommt jetzt Panik auf. „Dem Mann geht es den Umständen entsprechend gut“, erklärte Kreisrat Robert Wittkowski gestern. „Er hatte am Montag seinen Arzt aufgesucht und hält sich seitdem in seiner Wohnung auf. Ihn komplett abzuschotten oder unter Quarantäne zu stellen, wäre übertrieben.“ Amtsarzt Dr. Leonhard Hamschmidt stellte zudem klar: „Es ist ein relativ kurzer Krankheitsverlauf, sein Fieber klingt bereits wieder ab.“

Der 39-Jährige hatte seinem Hausarzt berichtet, dass er am 16. Juni von einem Kanada-Urlaub zurückgekehrt sei. Der Mediziner reagierte beim Namen dieses „Risikolands“ bezüglich der „Neuen Grippe“ richtig, nahm eine Blutprobe und schickte sie ans Gesundheitsamt in Wildeshausen. Dessen Fachleute wiederum leiteten die Probe zum Landesgesundheitsamt Hannover weiter. Von dort kam gestern die Bestätigung, dass es sich um die Influenza A/H1N1 handele.

Nun bleibt der Patient erst einmal zu Hause, um weitere Ansteckungsgefahren zu reduzieren. Bekannte erledigen für ihn die Einkäufe. Davon abgesehen, dürfte er wohl auch kein Interesse an größeren Ausflügen hegen. „Wer einmal eine Grippe hatte, könnte das nachvollziehen“, meint Dr. Hamschmidt. Allerdings schlage die Schweinegrippe mit nicht so schwerwiegenden Symptomen wie bei einer „saisonalen Grippe“ zu, und das Gefährdungspotenzial in puncto Komplikationen wie etwa Lungenentzündungen falle ebenfalls geringer aus. Aufmerksamkeit sei aber bei Fieber über 38 Grad Celsius, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie vor allem der Verbindung zu einem Reiseland mit Infektionsrisiko angebracht.

Unterdessen laufen die Untersuchungen der Menschen aus dem direkten Umfeld des Patienten. „Es handelt sich um sechs Personen, die während dieser Zeit häufiger mit ihm zu tun hatten“, erläuterte Wittkowski. Einmalige Begegnungen seien angesichts der geringen Gefahr zu vernachlässigen. Sie bekommen ebenfalls täglich Anrufe, ob sie sich krank fühlen.

Dr. Hamschmidt erklärte, dass dem Mann während der Zeit seit der Infektion bis jetzt niemand zu nah gekommen sei, also kein Kontakt der Kategorie 1 bestand. „Das wären zum Beispiel Mitbewohner oder eine Partnerin.“ Zudem unterstrich der Amtsarzt, dass die Krankheit während des Rückflugs noch nicht ausgebrochen war. „Eine Untersuchung der weiteren Insassen aus der Maschine war also nicht erforderlich.“

Die „Neue Grippe“ traf das Gesundheitsamt übrigens nicht unvorbereitet: Grundsätzlich liegen bei uns seit Jahren Infektions-Alarmpläne vor“, erläutert Dr. Leonhard Hamschmidt. „Das war bereits schon zu Zeiten der Vogelgrippe so.“

Unter anderem stehe in diesen Handreichungen des Landesgesundheitsamts, dass ein Patient bis zu sieben Tage nach Ausbruch der Krankheit isoliert und unter Beobachtung bleiben soll.

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