Freie Stelle im Kreisvorstand einer Partei

Peinliche Posse – heilsamer Dämpfer

Oldenburg - Peinlich: Keines der einzeln befragten Mitglieder wollte als neuer Vorsitzender im Kreisverband der Rentnerinnen- und Rentnerpartei (RRP) ehrenamtliche Mehrarbeit übernehmen. Zum Höhepunkt des Dramas richtete sich das Flehen gar an die Gäste – mit der verzweifelten Bitte um Beitritte samt Bereitschaft zur Wahl. Doch welchen Zuhörer hätte das vorherige Possenspiel nicht abgeschreckt?

Diese Form der „Nachwuchswerbung“ ist aberwitzig-revolutionär – willkommener „Stoff“ für die anwesende Presse, denn eine Zeitung soll ja über Neuigkeiten berichten. Andererseits drängte sich Mitleid mit Brigitte Ottilie Kaiser auf. Ohne die Wildeshauserin hätte es diesen Kreisverband gar nicht gegeben. Sie nämlich legte nach ersten Info-Nachmittagen die Saat zum ersten zarten RRP-Pflänzchen der Region. Während der konstituierenden Sitzung im Wildeshauser Hotel „Huntetal“ wusste zwar niemand, ob es ein Stadt- oder Kreisverband werden durfte – also schufen die Pioniere einen „Kreisstadtverband“. Später folgte die Ortsgliederung, und Kaiser übernahm erneut Verantwortung als Vorsitzende. Die Macherin wagte sogar den Bundestagswahlkampf – engagiert, aber ignoriert von den Organisatoren angeblich neutraler Podiumsdiskussionen. Trotzdem: Über 1 200 Wähler gaben ihr die Stimme.

Klar, dass der Landesverband diese Powerfrau in seiner Führungsriege haben wollte. Dort arbeitet sie nun mit – und opfert viel Freizeit, um Senioren und späteren Generationen politisches Gewicht zu geben.

Ob man nun das RRP-Programm mag oder nicht: Kaisers Elan verdient Respekt, und ihre Einsatzbereitschaft für andere – etwa im Wildeshauser Frauenverein – sogar das Prädikat „vorbildlich“. Zu vorbildlich vielleicht, als dass sich jemand ihrer eifrigen Wahlhelfer die Nachfolge auf Kreisebene zugetraut hätte? Auf jeden Fall zu vorschnell, denn sie hätte ihren Wunsch-Nachfolger fragen sollen, bevor sie ihn auf den Schild hob.

Optimisten könnten diese kollektive Abwehrhaltung noch als 100-prozentige Einigkeit einer Partei deuten. Aber die bereits gewählten Stellvertreter hätten sich „opfern“ müssen, anstatt mit Rücktritten zu drohen.

Nun stehen die Zeichen auf Abbau an Personal statt Ausbau der Ortsvereine – vielleicht ein heilsamer Dämpfer. Denn die RRP ist stellenweise zu schnell um Gruppierungen angewachsen – und nun fehlen „Köpfe“, die Regie führen wollen. · Cord Krüger

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