„Das perfekte Dinner“: Stefan Wachholder aus Harpstedt musste als erster Kandidat an den Herd

Der olympische Gedanke zählt

In der Kochshow „Das perfekte Dinner“ muss sich Stefan Wachholder (2.v.l.) gegen Bewährungshelferin Fauke Schumacher, Werbeagenturchef Norman Breitling, Raumpflegerin Aysel Arslan und Gogo-Tänzerin Julia Fiebelkorn (v.l.) behaupten.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken„Ich stand in der Küche und bemerkte erst gar nicht, dass mein ganzes Haus voller Menschen war“, erzählt Stefan Wachholder, Vorsitzender der Aktiven Werbegemeinschaft, schmunzelnd im Rückblick auf die Dreharbeiten in seinen eigenen vier Wänden. Zufrieden blickt er auf seinen Kochabend für die VoX-Fernsehshow „Das perfekte Dinner“ zurück. „So gut sind mir alle drei Gänge des Menüs zuvor noch nie gelungen“, sagt der Harpstedter, der sich im Kochen und stilvollen Bewirten mit einer Bewährungshelferin, einer Raumpflegerin, einer Gogo-Tänzerin und einem Werbeagenturleiter misst. Die Mitstreiter kommen aus Bremen und Weyhe. Wachholder findet die Truppe bislang „ganz harmonisch“. Norman Breitling, der Werbeagenturchef, sei ihm sogar „extrem sympathisch“.

Große Chancen auf den mit einem Geldpreis in Höhe von 1500 Euro verbundenen Wochensieg rechnet sich der Harpstedter nicht aus. „Als ich erfuhr, dass ich gleich am Montag für die anderen kochen muss, war für mich das Thema Gewinnen erledigt, da sich die Wettbewerber am ersten Abend bei der Punktevergabe für gewöhnlich eher zurückhalten. Für mich zählt der olympische Gedanke: Dabeisein ist alles.“ Wachholder überließ nichts dem Zufall. Vor den Dreharbeiten bereitete er „zur Probe“ sowohl die drei Gänge einzeln als auch das komplette Menü „am Stück“ zu. Wer das nicht tue, werde sein blaues Wunder erleben, glaubt der 45-Jährige. Der Zeitfaktor spiele eine erhebliche Rolle, zumal für das Fernsehteam mitunter Handgriffe wiederholt werden müssten.

Der Hobbykoch polierte das Familiensilber, kaufte neue dekorative, quadratische Teller für das Hauptgericht sowie eine Nudelmaschine mit Motor und brachte das Haus auf Hochglanz. Heike Skrotzki, Nachbarin seines Kfz-Teile-Handels, leistete Unterstützung beim Verschönern und Dekorieren der Räume. Uwe Behrens, ein langjähriger Freund, half bei den Essensvorbereitungen, etwa beim Herstellen von Pesto und Schnippeln von Gemüse. „Ohne ihn hätte ich es nie geschafft. Ich musste ihn vorher als Helfer angeben“, berichtet Wachholder. Von seinen drei eingereichten Menüvorschlägen wählten die Macher vom Fernsehen den ersten aus: Der Harpstedter kredenzte hausgemachte Spaghettini an Estragon-Pesto und heißen Strauchtomaten als Vorspeise, Zander in Salzkruste mit Safran-Weißweinsoße, Basmatireis und Gemüse der Saison als Hauptgericht sowie Schoko-Ravioli, gefüllt mit Mandel-Ricotta-Creme an Orangensoße als Dessert. Das Kochen selbst sei überraschend stressfrei verlaufen, die Aufregung am Drehtag aber enorm gewesen. Auch den anderen Kandidaten habe sich die Anspannung deutlich anmerken lassen. „Die Gespräche werden im Verlauf der Woche sicher noch lockerer“, glaubt Wachholder.

Besonders gelungen sei ihm sein Dessert. Die Fernsehleute, die sich beim Dreh überwiegend von kleinen Snacks ernährten, machten sich am Abend über die Reste der einzelnen Speisen her. „Aufnahmeleiter Sascha Kollotzek hat meine Nachspeise hoch gelobt und gesagt, die Soße sei Weltklasse“, erinnert sich der Harpstedter. Bereits der Aperitif, Prosecco mit Hibiskusblüten, kam offenkundig gut an. Gogo-Tänzerin Julia Fiebelkorn wollte sogar den ganzen Abend bei diesem Getränk bleiben, schwenkte dann aber doch auf Wein um.

Das in Pergamenttütchen zubereitete saisonale Gemüse sei etwas zu bissfest geraten, verhehlt Wachholder nicht. Das gleiche Problem habe aber auch Frauke Schumacher aus Bremen-Findorff gehabt, die am Dienstag die Kandidaten bekochen musste. Der Harpstedter flachste daraufhin: „Wir kreieren einen neuen Trend: Gemüse wird von nun an wieder mit Biss serviert.“ An jedem Tag der Woche kocht ein anderer Wettbewerber. Nach dem zweiten Abend urteilte Wachholder: „Ich glaube, ich liege noch vorn.“

Beim Dreh im Flecken musste er selbst seine Frau Pia und die Töchter Fiona und Anouk aus dem Haus verbannen. Die Angehörigen verlebten ein paar Tage in Frankfurt bei Verwandten. Um 8 Uhr früh rückte am Montag ein vierköpfiges Kamerateam der Produktionsfirma „Granada“ in Harpstedt an. Im Laufe des Tages gesellten sich zwei weitere hinzu. Wachholder hat die Leute vom Fernsehen als Kumpeltypen kennen gelernt. Nach einer Wohnungsführung begleitete ihn das erste Drehteam zu „Inkoop“, wo er für sein Menü Estragon für die Vorspeise, den Zander sowie Schokopulver fürs Dessert einkaufte.

Den ganzen Tag über herrschte Trubel. Dem Hobbykoch blieb nicht einmal Zeit, vor dem Eintreffen der Gäste zu duschen: „Ich habe nur noch schnell das Hemd gewechselt.“ Im Haus seien etliche Scheinwerfer montiert worden, die gewaltig Hitze abgestrahlt hätten. Ein Fenster musste verhüllt und eine Glastür mit Folie beklebt werden, um Spiegel-Effekte zu vermeiden. Gewöhnungsbedürftig für die Kandidaten: Beim gemeinsamen Essen waren sie von etlichen Fernsehleuten umgeben. „Wann immer die Kamera mal nicht lief, herrschte gleich eine gelöstere Stimmung“, erinnert sich Wachholder. Da er die Kochwoche als Gastgeber einläutete, wusste er noch nichts von den kulinarischen Vorlieben und Aversionen der Gäste. Vegetarier finden sich nicht in der Runde. Norman Breitling leidet unter einer Laktose-Unverträglichkeit, musste aber trotzdem nicht auf die Mandel-Ricotta-Creme verzichten. „Er brauchte nur eine Tablette einzunehmen und konnte dann auch milchhaltige Produkte zu sich nehmen“, so Wachholder.

Ein wenig Pech habe Frauke Schumacher am zweiten Abend mit ihrer gelatinehaltigen Nachspeise gehabt, denn Aysel Arslan, die Raumpflegerin türkischer Herkunft, esse kein Schweinefleisch.

Wie sich Stefan Wachholder und die anderen Wettbewerber geschlagen haben, erfahren die VoX-Zuschauer erst vom 2. bis 6. Mai – täglich ab 19 Uhr.

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