Reaktion auf Wehrdienstverkürzung bei DRK und AWO

Zivildienststellen werden weniger

Oldenburg - OLDENBURG (cs) · Es ist nach der Entscheidung der Bundesregierung sehr wahrscheinlich, dass Wehr- und Zivildienst von neun auf sechs Monate verkürzt werden. Einige Zivildienststellen werden gestrichen werden, sagen Hannelore Hunter-Roßmann vom AWO-Bezirksverband Weser-Ems und Uwe Schwarz, Geschäftsführer des DRK-Landesverbands Oldenburg. Auch andere Bereiche wie der Katastrophenschutz sind betroffen.

„Wir stellen uns schon seit längerer Zeit auf die Verkürzung ein – deshalb ist die Entscheidung nicht mehr so ein Schock“, sagt Schwarz. Klar ist für den Geschäftsführer, dass einige Zivildienststellen gestrichen werden müssen – beispielsweise im Rettungsdienst. „Hier dauert allein die Ausbildung schon drei Monate. Rechnet man dann noch den Urlaub mit ein, stimmt die Effizienz einfach nicht mehr“, begründet Schwarz.

In der psychosozialen Einzelbetreuung würden laut Schwarz künftig ebenfalls keine Zivis mehr eingesetzt. „In einem halben Jahr ist keine Bindung aufbaubar. Vertrauen muss wachsen.“ Und auch bei der Betreuung schwerstbehinderter Menschen werden keine „Sechs-Monats-Zivis“ mehr helfen – weder beim DRK, noch bei der AWO. „Die Einarbeitung in diesem Bereich dauert eine gewisse Zeit“, sagt Hunter-Roßmann. „Man kann junge Menschen in bestimmten Situationen bei der Betreuung seelisch oder körperlich Behinderter nicht einfach alleine lassen.“ Deshalb stünden bei der Betreuung Behinderter zunächst Kurse auf dem Programm – die natürlich mit einem Aufwand, auch einem finanziellen, für die Einrichtungen verbunden sind. „Deshalb wird es in einigen Bereichen keine Zivildienststellen mehr geben.“ Schwierigkeiten sieht auch die Diakonie: „Besonders problematisch wirkt sich die Verkürzung in Bereichen aus, die unmittelbar mit Menschen zu tun haben“, heißt es aus Oldenburg. Wichtig sei nun, dass die Freiwilligendienste für Jugendliche ausgebaut und die Förderpauschalen deutlich angehoben werden.

Den Einsatz von Zivis in anderen Bereichen wie Hausmeister- oder Pförtnertätigkeiten sehen sowohl Schwarz als auch Hunter-Roßmann kritisch. „Der Zivildienst soll ein zusätzlicher Dienst am Menschen sein – das ist unser Verständnis“, sagt Hunter-Roßmann. Setze man sie als Hausmeister ein, „dann würde das konkret Arbeitsplätze wegnehmen.“ Ähnlich sieht es auch Schwarz: „Das passt nicht in unser Konzept. Solche Arbeiten machen bei uns auch behinderte Menschen.“

Der DRK-Landesgeschäftsführer betont, dass nicht nur Schwierigkeiten auf die Einrichtungen zukommen, die mit Zivis arbeiten. „Betroffen ist auch der Bereich der Katastrophenschutzhelfer“. Denn während sich junge Männer zurzeit noch für sechs Jahre verpflichten, Arbeitsstunden bei der Feuerwehr oder eben beim DRK-Katastrophenschutz abzuleisten, wird sich der Zeitraum auf vier Jahre verkürzen. „Früher waren es mal zehn“, so Schwarz. Das könne man einerseits als Chance begreifen, meint er. Junge Menschen könnten in dieser Zeit in den Bereich „hineinschnuppern“. „Andererseits können sich diejenigen, die jetzt im Katastrophenschutz arbeiten, in diesem Sommer nach vier Jahren verabschieden.“ Glücklicherweise würde es diese Entscheidung bisher aber erst in Einzelfällen in den Landkreisen Oldenburg und Cloppenburg geben.

Mit allzu großen Problemen durch den Wegfall der Stellen wird weder beim DRK noch bei der AWO gerechnet. „Wir hatten mal 168 Plätze, jetzt noch 68“, erklärt Schwarz, dass auch die Nachfrage rückläufig ist. Aber, so der Geschäftsführer: „Zivildienst war auch immer Berufsfindung. Solche Effekte werden wir zukünftig nicht mehr haben.“

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