Podiumsdiskussion mit Carl-von-Ossietzky-Preisträger / Historiker legen Fokus auf Werte wie Demokratie

„Wie viel Geschichte braucht Europa?“

Wlodzimierz Borodziej

Oldenburg - OLDENBURG · „Wie viel Geschichte braucht Europa?“ Diese Frage diskutieren am Mittwoch, 5. Mai, um 20 Uhr im Kulturzentrum PFL an der Peterstraße in Oldenburg namhafte Europa-Experten.

Auf Einladung des städtischen Kulturbüros sind der Warschauer Historiker und diesjährige Carl-von-Ossietzky-Preisträger Professor Dr. Wlodzimierz Borodziej, Professor Dr. Stefan Troebst, Universität Leipzig, und Professor Dr. Dr. Oliver Rathkolb von der Universität Wien zu Gast. Das trinational besetzte Podium wird moderiert von Friedrich-Wilhelm Kramer, Landesfunkhausdirektor des Norddeutschen Rundfunks Schleswig-Holstein. Der Eintritt ist frei.

Die politische Vereinigung Europas hat sich in den vergangenen Dekaden, insbesondere nach dem Fall der Berliner Mauer, rasant fortentwickelt. Nach fünf Erweiterungsrunden gehören der Europäischen Union inzwischen 27 Staaten an. Der Erweiterungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Am 1. Dezember 2009 konnte der Lissabon-Vertrag nach teils sehr kontroversen Diskussionen in einigen Mitgliedsstaaten in Kraft treten. Die Länder sollen füreinander einstehen – das wird gerade angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Krise in Griechenland, Spanien und Portugal deutlich. Ziele der EU sind jedoch nicht nur politische Stabilität und die Schaffung einheitlicher Wirtschaftsräume, sondern auch die Anerkennung übernationaler Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Menschenrechte und Minderheiten. Vor dem Hintergrund der dramatischen Geschehnisse des 20. Jahrhunderts, die Millionen Menschen das Leben gekostet und kulturelle Vielfalt unwiderruflich vernichtet haben, diskutieren die Historiker über den Umgang mit europäischer Zeit- und Gegenwartgeschichte im Zuge des politischen Zusammenwachens Europas.

Borodziej, Historiker an der Universität Warschau, erhält den diesjährigen Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg „für seine wissenschaftliche Aufarbeitung der deutsch-polnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und sein großes Engagement zur Aussöhnung der beiden Staaten im Prozess der europäischen Einigung“, so die Begründung der Jury.

Troebst, stellvertretender Direktor des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig (GWZO), ist Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig. Rathkolb ist Professor für Zeitgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte.

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