Grüne wollen geplante Anlage am Tweelbäker See stoppen / Eigentümer: „Nicht nachvollziehbar“

Wasserski schlägt hohe Wellen

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Es soll Menschen geben, die auch bei den momentanen Temperaturen schon wieder an Wassersport denken. Einer davon ist Rolf Grösch, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Oldenburger Stadtrat, der am Dienstag allen Wassersportfreuden allerdings ein ungeliebtes Weihnachtsgeschenk gemacht hat.

In einer Pressemitteilung gab Grösch bekannt, der geplanten Wasserskianlage am Tweelbäker See einen Riegel vorschieben zu wollen. „Der See ist eines der wenigen Naherholungsgebiete des Stadtteils Osternburg“, so der Ratsherr, „Der Bau einer solchen Anlage würde dieses Gebiet erheblich beeinträchtigen.“ Deshalb stellten die Grünen den Antrag, in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Stadtgrün, Umwelt- und Klimaschutz dem Projekt die endgültige Absage zu erteilen – trotz eines gültigen Vorvertrags mit einem Investor. Den hat allerdings nicht die Stadt, sondern der Eigentümer des Sees abgeschlossen: der Unterhaltungsverband Wüsting. Und dessen Vorsitzender Günter Lütje war von den Äußerungen der Grünen gestern verständlicherweise alles andere als begeistert: „Ich würde es bedauern, wenn die Anlage nicht gebaut würde.“

Im Entscheidungsprozess sind ihm freilich die Hände gebunden. Der See befindet sich zum größeren Teil auf Oldenburger Stadtgebiet, der Rest befindet sich im Bereich der Gemeinde Hude. Beide Verwaltungen müssten ihre Flächennutzungspläne ändern, um den Weg für den Investor freizumachen. Zur Anlage würden unter anderem vier bis sechs Masten gehören, ein Startbereich im Zentrum und auch Gastronomie – für die Grünen zu viel Eingriff in die Natur. „Durch den Unruhepol Wasserskianlage könnten Wasservögel vergrämt werden“, meint Grösch und stößt damit auf Unverständnis beim Eigentümer. „Das kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen“, meint Lütje: „Es würde nur an 100 Tagen im Jahr Wasserski gefahren werden, außerdem nutzt der Betreiber nur einen Bruchteil der Wasserfläche.“ Genauer gesagt wären es nach Investor-Plänen etwa 14 400 Quadratmeter des 31 Hektar großen Sees – weniger als fünf Prozent. Allerdings, meint Grösch, gehe es nicht nur um das Wasser. „Schon der Bau und die mit dem Betrieb verbundenen Lärmbelästigungen und der zusätzliche Verkehr würden das Gebiet belasten.“ Lütjens Konter: „Ich habe mir einige vergleichbare Anlagen angesehen: Die Belastung ist erträglich.“

Eine Meinung, die die Vertreter von sieben Tweelbäker Vereinen nicht teilen. Sie haben bereits ihren Widerstand angekündigt – für Lütje kaum nachvollziehbar. „Heutzutage ist es modern, erst einmal dagegen zu sein“, meint er: „Wir sollten abwarten, was der Investor für ein Lärm- und Infrastrukturkonzept vorlegt.“ Doch auch er muss zugeben. „Es ist Sache der Stadt, den nächsten Schritt zu tun. So wie‘s momentan aussieht, wird auf dem Tweelbäker See wohl kaum Wasserski gefahren werden.“

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