Viele süße Versuchungen

Belgierin betreibt seit 2012 ihren „SchokoLaden“ in Visbek

Lieben belgische Schokolade: Hannelore De Schutter-Van Hees, Inhaberin des „SchokoLadens“, und ihre Töchter Charlotte Koschmitzky (l.) und Claudia De Schutter (r.).
+
Lieben belgische Schokolade: Hannelore De Schutter-Van Hees, Inhaberin des „SchokoLadens“, und ihre Töchter Charlotte Koschmitzky (l.) und Claudia De Schutter (r.).

Visbek – Schon beim Betreten des kleinen, gemütlichen Geschäfts steigt der Duft von Nüssen und Kakao in die Nase – trotz Maske über dem Gesicht. Seit 2012 betreibt Hannelore De Schutter-Van Hees ihren „SchokoLaden“ in Visbek, in dem sie unter anderem 70 verschiedene belgische Pralinensorten, Figuren aus Schokolade und – seit Kurzem – auch Macarons anbietet.

„Weil wir Belgier sind, lieben wir die belgische Schokolade“, erzählt die Inhaberin, die mit ihrem Mann und den gemeinsamen vier Töchtern seit 1985 in Deutschland lebt. Bis zur Eröffnung ihres Ladens war sie Leiterin der sozialen Dienste bei den Maltesern in Wildeshausen.

Drei von vier Töchtern arbeiten mit

Die drei Töchter Charlotte Koschmitzky, Claudia De Schutter und Cathleen Nuxoll helfen ihrer Mutter im „SchokoLaden“. Jede bringe ihre eigenen Stärken mit ein. „Wir ergänzen uns gut“, findet die 32-jährige Koschmitzky, die in Hamburg Modedesign studiert hat. „Das hat gut gepasst. Ich habe mir Gedanken um das Logo, die Homepage, die Einrichtung und die Verpackung der Ware gemacht.“ Zudem pflegt sie Fotos und Inhalte auf den Instagram-Account ein und hat zusammen mit ihrer älteren Schwester Cathleen Nuxoll Ende vergangenen Jahres einen Online-Shop eingerichtet. Nuxoll hat eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht und ist „die Bürofee“, wie ihre Mutter sagt. Sie kümmere sich um die ganze Organisation, mache die Kundenbetreuung und erledige die bürokratischen Dinge. Zudem verfasse sie Produktbeschreibungen für den Online-Shop.

Claudia De Schutter (31) ist Konditormeisterin. „Sie macht Torten, Bruchschokolade und Pralinen. Schon als Kind hat sie davon geträumt“, berichtet ihre Mutter. Die 31-Jährige war 2017 für zehn Monate in Belgien und hat dort bei einem Chocolatier gearbeitet und von ihm das Handwerk erlernt. In Belgien gebe es eigene Geschäfte nur für Pralinen. „Ich glaube, es gibt keinen Ort in Belgien, wo es keinen Pralinenladen gibt“, sagt Hannelore De Schutter-Van Hees und lacht.

Claudia De Schutter hat ihr neues Wissen und ihre Erfahrungen mit nach Visbek gebracht. Und so kam es, dass sich die Familie vergrößert und seit 2018 eine eigene Manufaktur hat. Bis dahin hatte die Inhaberin ihre Pralinen und Schokoladen von drei verschiedenen Chocolatiers aus Belgien liefern lassen – das ist auch immer noch so, aber zusätzlich zu den Produkten aus Belgien stellt Claudia De Schutter eigene her. „Es gibt ein paar Lücken im Geschmack und Claudia hat diese Lücken gefüllt“, so Koschmitzky. Und was für Sorten produziert sie? „Es gibt Schokolade mit Sesam, mit karamellisierten Erdnüssen und rosa Pfeffer“, listet die 32-Jährige ein paar Beispiele auf.

Bunt und lecker: Macarons.

Claudia De Schutter stellt Schokoladen her

In diesem Jahr hat die Familie vier verschiedene Sorten Macarons (Vanille, Schokolade, Pistazie und Himbeer-Schokolade) fest in das Sortiment mit aufgenommen. „Das ist eines der schwierigsten Gebäcke, die es gibt“, sagt die 59-jährige Inhaberin. Ihre Tochter Claudia verwende dafür nur natürliche Farbstoffe. Denn schließlich isst das Auge mit und die Macarons sollen trotz allem schön bunt aussehen. „Wir wollen uns aber noch vergrößern und mehr Bruchschokolade herstellen. Pralinen haben oft so einen eingestaubten Charakter, daher möchten wir unsere Neukunden auch mit anderen Schokoladenkreationen auf den Geschmack von hochwertiger Schokolade bringen“, erzählt Koschmitzky. Gemeinsam mit ihrer Schwester probiere sie vieles aus. „Sie hat das Know-how und kann es dann umsetzen.“

Und was ist das Besondere an der belgischen Schokolade? Hannelore De Schutter-Van Hees findet sie weniger süß und aromatischer. Zudem beziehe sie nur Schokolade von Herstellern, die keine Konservierungsstoffe verwenden. „Wenn man sich an die Schokolade gewöhnt hat, wird man kritischer“, sagt die Inhaberin. Genug davon bekämen sie aber nie: „Ich werde oft gefragt, ob ich es nicht mal satthabe, aber nein, an diesem Punkt bin ich bis jetzt noch nicht“, sagt Koschmitzky und lacht. Damit die Pralinen nicht an Geschmack verlieren, ist der Laden zwischen 16 und 19 Grad Celsius warm. „Das ist optimal für die Entfaltung des Aromas“, so Hannelore De Schutter-Van Hees.

Schokolade wird in Wannen geschmolzen

70 verschiedene Pralinensorten gibt es im „SchokoLaden“ zu kaufen.

Und wie werden die süßen Versuchungen hergestellt? In der Manufaktur stehen vier Wannen nebeneinander, die mit den verschiedenen Sorten Schokotropfen – Weiße, Zartbitter, Vollmilchschokolade und Ruby (eine Kakaosorte, die bei der Verarbeitung der Kakaobohne rosa wird) befüllt werden. In den Wannen wird die Schokolade geschmolzen. Zwei Drittel des flüssigen Inhalts schüttet Claudia De Schutter auf eine Marmorplatte. Mit einem Spachtel bewegt sie sie hin- und her. „Dadurch kühlt sie runter“, erklärt die Konditormeisterin. „Man muss die Schokolade die ganze Zeit in Bewegung behalten, damit keine Klumpen entstehen.“ Dann kommt sie wieder zurück in die Wanne, die dann etwas kühler eingestellt ist. Die Temperatureinstellung sei von Schokolade zu Schokolade unterschiedlich. „Das Ganze wird dann viel gerührt, damit es sich mischt und dann gieße ich es in die Formen.“ Diese kommen dann für etwa zehn Minuten in den Kühlschrank. Dieser ganze Prozess sei wichtig, damit die Schokolade am Ende einen guten Knack und einen schönen Glanz erhält. Ansonsten sehe die Schokolade am Ende gräulich aus.

Und welche Pralinen schmecken der Familie am besten? „Die Crème brûlée-Praline“, antwortet Charlotte Koschmitzky, ohne lange zu überlegen. Ihre Schwester bevorzugt die Süßigkeit mit Gin gefüllt und Hannelore De Schutter-Van Hees die mit Salz und Karamell. „Mir macht das sehr viel Spaß, es ist viel Abwechslung“, sagt Claudia De Schutter mit einem Lächeln.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Meistgelesene Artikel

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“

Anwohner rätseln: Suche nach seltsamem Ton „Vor Bargloy“
Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen

Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen

Keine neue Corona-Infektion in Wildeshausen
Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?

Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?

Üben „Geister-Tamboure“ oder muht „heisere Kuh“?
Polizisten als Rassisten beleidigt und angespuckt

Polizisten als Rassisten beleidigt und angespuckt

Polizisten als Rassisten beleidigt und angespuckt

Kommentare