Verein fehlen in der Pandemie Spenden

„Trauerland“ schließt in Oldenburg

Schließt Ende September: Trauerland wird es in Oldenburg nicht mehr geben.
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Schließt Ende September: Trauerland wird es in Oldenburg nicht mehr geben.

Oldenburg – Der gemeinnützige Verein „Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche“ schließt seinen Oldenburger Standort am Schlossplatz zum 30. September. Der spendenfinanzierte Verein reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf die pandemiebedingt verstärkt unsichere finanzielle Situation.

Seit 2006 hat „Trauerland“ fachpädagogisch fundiert trauernde Kinder und Jugendliche sowie deren Angehörige am Standort Oldenburg beraten und begleitet. Der Rückzug nach 15 Jahren ist ein schwerer Schritt für den Verein, der 1999 als erster Verein für trauernde Kinder in Deutschland gestartet ist. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussen unsere inhaltliche Arbeit bereits seit über einem Jahr. 2021 sind auch die wirtschaftlichen Folgen endgültig bei uns angekommen“, erläutert Simin Zarbafi-Blömer, geschäftsführender Vorstand, das Vorgehen Trauerlands in einer Pressemitteilung. „Nach mehr als einem Jahr Pandemie sind die Reserven aufgebraucht, die für den Aufbau des Oldenburger Standorts gedacht waren.“

Mit der Schließung der Außenstelle will „Trauerland“ den Gesamtverein konsolidieren und die Weichen für die Zukunft stellen. „Wir sind sehr traurig, nicht allen Betroffenen die Unterstützung gewähren zu können, die sie benötigen würden, aber in Zeiten, in denen die Wirtschaft, die uns trägt, vor noch nicht abzusehenden Verlusten steht, müssen auch wir unser Angebot auf den Prüfstein stellen“, sagt Zarbafi-Blömer.

Trauergruppen noch bis zu den Sommerferien

Die Trauergruppen werden noch bis zu den Sommerferien stattfinden. „Wir stehen mit den betroffenen Familien in engem Austausch“, berichtet Beate Alefeld-Gerges, Gründerin und pädagogische Leitung von „Trauerland“. „Wir überlegen gemeinsam mit ihnen, in welcher Form weitere Unterstützung für sie möglich und gewünscht ist.“

Nach der Eigenbedarfskündigung der Räume im Stadtteil Krusenbusch Ende 2019 konnte „Trauerland“ neue Räume im Zentrum Oldenburgs anmieten, die kürzere Anfahrtswege für die Betroffenen und mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum versprachen. Doch die geplante Einweihung im März 2020 fiel mit dem ersten Lockdown zusammen. Der große Neustart, der auch die Gewinnung zusätzlicher Förderer für den Standort beinhalten sollte, blieb aus.

Mit der Schließung des Oldenburger Standorts zieht „Trauerland“ die Konsequenz aus knapp anderthalb Jahren Pandemie und rückläufigen Spendeneinnahmen.

Über „Trauerland“:

Der gemeinnützige Verein Trauerland begleitet seit 1999 trauernde Kinder und Jugendliche, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Das Hilfsangebot umfasst Trauergruppen für Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene, Einzelberatungen und Kriseninterventionen in akuten Notlagen. Darüber hinaus gibt es ein Beratungstelefon, das jeden Werktag erreichbar ist. Alle Angebote können von den Betroffenen kostenfrei in Anspruch genommen werden. Die Arbeit ist zu 95 Prozent spendenfinanziert. Am Standort Oldenburg berät und begleitet „Trauerland“ seit 15 Jahren fachpädagogisch fundiert trauernde Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus betreut der Verein Betroffene in Bremen und Verden sowie aus der gesamten Nordwest-Region.

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