Mutmaßlicher Vatermörder soll lebenslang in Haft

Staatsanwalt fordert nahezu die Höchststrafe

Oldenburg - Im Prozess gegen den 49-jährigen Oldenburger, der Heiligabend vorigen Jahres seinen Vater in dessen Wohnung ermordet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft am Montag eine lebenslange Gefängnisstrafe gefordert. Außerdem beantragte der Staatsanwalt die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Entlassung aus der Haft unmöglich macht.

Der Angeklagte sei bereit, über Leichen zu gehen, um seine Ziele durchzusetzen, fasste der Staatsanwalt das Geschehen zusammen. Der ehemalige Justizbedienstete hatte jahrelang im Gefängnis gesessen, weil er die Konten seiner Ehefrau geplündert hatte. 

Die hatte sich dann von ihm getrennt und das gemeinsame Kind mitgenommen. Nach der Haftentlassung suchte der Oldenburger intensiv nach seiner Ex-Frau, um an das Kind zu kommen. Dafür hätte er seine ehemalige Partnerin umgebracht, vermutete der Staatsanwalt.

Doch dazu kam es nicht. Der 49-Jährige lernte eine verheiratete Frau kennen. Ihr gegenüber habe er eine Lügengeschichte aufgebaut. Unter anderem hatte er erklärt, über eine schöne Wohnung zu verfügen. Er hatte jedoch keine, wohl aber sein Vater. Der Angeklagte habe sich im Internet nach spurenlosen Tötungsmethoden umgeschaut und seinen Vater an Heiligabend mit einer Überdosis K.-o.-Tropfen heimtückisch ermordet. Der Geliebten teilte er mit, nunmehr eine Wohnung zu haben.

Die Leiche konnte der Oldenburger nicht sofort entsorgen, er legte sie für die nächsten Wochen in einen Kleiderschrank. Vom Handy des Opfers verschickte er SMS an die Verwandtschaft, um zu zeigen, dass es dem Vater gut gehe. Vor dem Schrank mit der Leiche hatte er Sex mit seiner Freundin.

Der psychiatrische Gutachter und der Staatsanwalt sahen sogar noch ein weiteres mögliches Opfer, wenn der Angeklagte nicht festgenommen worden wäre: den Ehemann der Frau.

Die Verteidigung dagegen sieht gar keine Opfer. Der Angeklagte, der an Heiligabend lieber mit seiner neuen Frau als mit seinem Vater habe feiern wollen, habe dem betagten Herrn nur ein Paar Tropfen verabreicht, damit dieser einschlafe. Keineswegs habe er seinen geliebten Vater töten wollen. 

wz

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