Belastungszeuge macht keine Aussage

Wegen Drogenhandels: Schweigen ermöglicht Bewährung

Oldenburg - Ein 25-Jähriger kommt um eine Haftstrafe herum: Die belastende Aussage eines Dealers hätte einen jungen Cloppenburger beinahe für fünf bis sechs Jahre ins Gefängnis gebracht. Doch an den Anschuldigungen war nichts dran.

Die schweren Vorwürfe der Staatsanwaltschaft reduzierten sich auf nur einen Fall des Drogenhandels, wofür das Oldenburger Landgericht den 25-jährigen Angeklagten am Freitag zu 13 Monaten Haft auf Bewährung verurteilte. Aufatmen bei ihm und seiner Familie.

Der Cloppenburger war im vorigen Jahr auf Irrwegen gewesen. Er hatte ein halbes Kilogramm Marihuana von einem Dealer erworben, um es gewinnbringend weiter zu verkaufen. Diese Tat stand fest. Dann aber legte ein anderer Dealer nach. 

Der 25-Jährige habe von ihm in sieben Einzelkäufen insgesamt siebeneinhalb Kilogramm Marihuana erworben, hatte er der Polizei erzählt. Entsprechend schwer war anschließend die Anklage gegen den jungen Mann gewesen.

Glatter Freispruch in sieben Fällen

Wie berichtet, waren die angeblichen Taten zunächst beim Amtsgericht in Cloppenburg angeklagt gewesen. Doch wegen der Sorge, die Strafgewalt eines Amtsgerichtes könnte zur Ahndung der Taten nicht ausreichen, wurde das Verfahren an das Landgericht abgegeben. Zum Hintergrund: Ein Amtsgericht kann Haftstrafen von bis zu vier Jahren Dauer verhängen.

Mit Spannung wurde die Aussage des Dealers erwartet, der den Angeklagten so schwer belastet hatte. Doch der Kriminelle wollte von seinen früheren Anschuldigungen plötzlich nichts mehr wissen. Er wollte gar nichts mehr sagen. Damit war der angebliche Handel mit siebeneinhalb Kilogramm Drogen vom Tisch. In allen sieben Fällen erging ein glatter Freispruch für den Angeklagten.

Der 25-Jährige ist nicht vorbestraft. Seit der einen Tat war auch nichts mehr passiert. Das Landgericht ging deswegen auch nur noch von einem minderschweren Fall des Drogenhandels aus. Dem Angeklagten wird das Verfahren eine Lehre gewesen sein. Das Landgericht ist auch davon überzeugt, dass der junge Mann nun den richtigen Weg einschlägt.

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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