Soldaten aus Oldenburg seit Januar in Afghanistan

Routine kann tödlich sein

Mit Fahrzeugen wie diesem „Dingo“ sind die Soldaten in Afghanistan unterwegs.

Oldenburg - OLDENBURG/ KUNDUZ (eb/cs) · Nicht zu sehr in Routine geraten  – und das trotz sechsmonatigen Aufenthalts: Das ist das Wichtigste für die Soldaten des Luftlandeunterstützungsbataillons 272, die seit Anfang Januar in der afghanischen Region Kunduz stationiert sind. Voraussichtlich bis Mitte Juli haben sie hier die Aufgabe, der afghanischen Nationalarmee zur Seite zu stehen.

Das „Operational Mentor and Liason Team“ (OMLT) ist ein Verbund kleiner Einheiten, in denen deutsche Fachleute afghanischen Partnern zur Seite stehen. Als Kraftfahrer und Richtschützen sollen die Soldaten, die normalerweise in Oldenburg stationiert sind, die Beweglichkeit mit verschiedenen gepanzerten Fahrzeugen – beispielsweise „Dingo“, „Fuchs“ und „Wolf“ – sicher stellen. Außerdem sind Soldaten eines „National Support Elements“ (NSE) vor Ort, um die Instandsetzung, den Nachschub, IT-Unterstützung und Innendienst zu gewährleisten.

Auf schwierige Bedingungen sind die Soldaten in Afghanistan gestoßen. Einerseits erwarten sie ganz unterschiedliche Aufträge. „Täglich“, so heißt es von den Soldaten, „sind wir zu den unterschiedlichsten Aufträgen im Großraum Kunduz unterwegs“. Ständig seien sie darauf eingestellt und vorbereitet, in jeder denkbaren Umgebung mehrere Tage eigenständig Aufträge auszuführen.

Nicht nur die ganz unterschiedlichen Aufgaben, auch Infrastruktur und Wetterverhältnisse forderten viel Substanz bei Mensch und Material, so die Soldaten. Schwierigste Straßenverhältnisse auf tiefem lehmigen Boden, bedeckt von einer dicken Schneeschicht, fordern ihren Tribut. Langsam halte der afghanische Frühling Einzug – das bedeutet schnell ansteigende Temperaturen und damit verbundene Staubentwicklung. „Der mehlfeine Staub setzt sich in alle Zwischenräume und kann dabei die Funktionsfähigkeit von Waffen und Gerät schnell beeinträchtigen“, berichten die Soldaten. Deshalb sei die Pflege und Wartung des Geräts unter fachkundiger Aufsicht enorm wichtig. „Tätigkeiten, denen im Übungs- und Ausbildungsbetrieb nicht immer Vorrang eingeräumt wird, werden hier zur lebenswichtigen Hauptsache.“

Täglich sind die im Kunduz stationierten Soldaten in Gefahr, täglich stellen sie sich neuen Herausforderungen. Für Wohl und Motivation der Bundeswehr-Angehörigen wird deshalb ein Betreuungsprogramm organisiert – und das klingt wieder völlig normal: In der Freizeit stehen bei den Soldaten auch in Afghanistan Beachvolleyball, Kraftsport und Joggen hoch im Kurs.

Besonders freuen sich die Männer aber auf Post aus der Heimat – unabhängig von Dienstgrad oder Lebensalter. „Trotz der Möglichkeit, per Handy und Internet zu kommunizieren, lernen die Soldaten im Einsatz wieder die besonderen Vorzüge eines Briefes oder einer Karte kennen“, heißt es vom Luftlandeunterstützungsbataillon. Und Traditionen haben sich auch schon in Afghanistan entwickelt: Hat einer der Soldaten Geburtstag, bekommt er von den Kameraden nicht nur eine Aufmerksamkeit, sondern manchmal auch Grüße über den Einsatzradiosender „Radio Andernach“ übermittelt. Das ist übrigens auch im Internet zu finden (http://www.radio-andernach.de) – hier kann jeder Grüße und Musikwünsche hinterlassen.

Abgelöst werden die seit Januar in Afghanistan stationierten Soldaten im Juli vom nächsten Team des Luftlandeunterstützungsbataillons. Für die heißt es dann erneut: Nicht in Routine verfallen und leichtfertig Fehler begehen. Nur so kann das eintreten, was sich alle Soldaten und ihre Angehörigen wünschen: Wieder gesund in die Heimat zurückzukehren.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Schrottanhänger mit 24 Tonnen Champagner aus dem Verkehr gezogen

Schrottanhänger mit 24 Tonnen Champagner aus dem Verkehr gezogen

Schrottanhänger mit 24 Tonnen Champagner aus dem Verkehr gezogen
Corona: „Zahlen hoch, aber nicht dramatisch“

Corona: „Zahlen hoch, aber nicht dramatisch“

Corona: „Zahlen hoch, aber nicht dramatisch“
Mit gefälschten Impfpässen aufgefallen

Mit gefälschten Impfpässen aufgefallen

Mit gefälschten Impfpässen aufgefallen
Horror-Unfall auf der A 1 bei Wildeshausen: Ex-Profiboxer muss in Haft

Horror-Unfall auf der A 1 bei Wildeshausen: Ex-Profiboxer muss in Haft

Horror-Unfall auf der A 1 bei Wildeshausen: Ex-Profiboxer muss in Haft

Kommentare