Derbe Ansage in den sozialen Netzwerken

„Sorry Kids“: Restaurant in Oldenburg setzt junge Leute abends vor die Tür

Ein Restaurant in Oldenburg kennt keine Gnade: Für unter 21-Jährige ist im „MA“ ab 21 Uhr Feierabend. Der Grund: Viele junge Leute haben sich offenbar extrem daneben benommen.

Oldenburg - Seit Montag darf das „MA“ am Markt in Oldenburg endlich seine Außengastronomie öffnen. Zum ersten Mal – denn die Corona-Pandemie hatte die Eröffnung des Restaurants immer wieder verzögert. Für junge Leute unter 21 Jahren ist ab 21 Uhr allerdings Schluss mit lustig. Auf Facebook und Instagram hat das „MA“ klar gemacht, dass unter 21-Jährige abends erstmal nicht mehr erwünscht sind.

StadtOldenburg
BundeslandNiedersachsen
Bevölkerung168.210 (2019)
Vorwahl0441

Die Begründung fällt ziemlich derbe aus: „Ihr seid jung und alles dreht sich um Freunde treffen, Party und vögeln. Man kann sagen, die Corona-Regeln „fic*en euer Leben“, heißt es unter anderem im knallharten Facebook-Post.* Offenbart hatten sich einige junge Menschen auf der Außenterrasse des Restaurants in Oldenburg ziemlich daneben bekommen und auf die geltenden Corona-Regeln gepfiffen.

Restaurant in Oldenburg macht derbe Ansage – Facebook-User verständnislos

Die wütende Ansage in den sozialen Netzwerken kam allerdings nicht bei allen „MA“-Gästen und Web-Usern gut an. Vielen fehlte eine genau Erklärung, warum genau junge Leute unter 21 nicht mehr erwünscht seien und wie genau sich deren angebliches Fehlverhalten im Außenbereich des Restaurants denn geäußert habe.

Auch der Tonfall des „MA“ passt vielen überhaupt nicht. „Selbst wenn ihr genervt seid von Gruppen Jugendlicher, die sich am Abend nicht an vorgegebene Regeln halten, solltet ihr zwar konsequent, aber bitte höflich, freundlich und respektvoll bleiben“, schreibt eine Usern in den Facebook-Kommentaren.* „Ihr wollt Respekt von Jugendlichen und stellt so einen respektlosen Kommentar auf Facebook und Insta ?????!“, postet eine weitere Userin.

Ein Restaurant in Oldenburg kennt keine Gnade: Für unter 21-Jährige ist im „MA“ ab 21 Uhr Feierabend. (Symbolfoto)

Restaurant in Oldenburg setzt junge Leute vor die Tür: „Haben uns das Leben schwer gemacht“

Ein paar Stunden später folgte ein weiterer Post vom „MA“-Team. Dieses Mal sachlich, freundlich und sichtlich bemüht, die neue Regelung zu erklären. 90 Prozent der jungen Gäste hätten in den letzten Tagen leider konsequent gegen die Corona-Regeln verstoßen und Bitten des Ma-Teams ignoriert, heißt es.

Und weiter: „Allen, die nicht dabei waren und MAs strengeren Ton kritisieren, möchten wir sagen: Wir meinen die paar Hundert Leute um die 18, die uns mit Absicht das Leben schwer gemacht haben. Wenn ihr nicht dabei wart, seid ihr nicht angesprochen. Deswegen nehmen wir unser Hausrecht in Anspruch und sind erstmal nicht mehr Anlaufstelle für U21 ab 21 Uhr. Und übrigens: Alle, die älter sind als 21 Jahre und sich nicht benehmen, werden auch weggeschickt.“

Das „MA“-Team habe eine riesige Ladung an Vorgaben zur Wiedereröffnung aufgetragen bekommen und sei daher auf kooperative Gäste angewiesen, um während der Corona-Pandemie weiterhin öffnen zu dürfen. „Immer wieder wurden unsere Vorgaben missachtet und es liegt in unserer Verantwortung zu reagieren“, so das Statement des Restaurants.

Restaurant „Ma“ in Oldenburg: U21 ab 21 Uhr weiterhin nicht erwünscht

„MA“-Geschäftsführer Leon Burdekat erzählt gegenüber der NZW von einer einer unkontrollierbare Masse aus jungen Erwachsenen auf der Außenterrasse des Restaurants, die die Abstands- und Haushaltsregeln missachtet hatten. „Die Corona-Regeln mussten wir immer wieder erklären und wurden dabei nicht gehört“, erklärt Burdekat. „Wir wissen uns nicht anders zu helfen. Wir wurden an der Nase herumgeführt und für dumm verkauft. Unsere Kellnerinnen und Kellner, die teilweise selbst noch sehr jung sind, wurden mehrfach beleidigt.“ 

Leon Burdekat sieht ein, dass man sich im ersten Post etwas diplomatischer hätte ausdrücken können. Er verstehe, dass die jungen Leute auch unter den Corona-Regeln leiden – doch das hieße nicht, dass sie im „MA“ machen können, was sie wollen. Der Geschäftsführer betont, dass die Ü21-Regel ab 21 Uhr bestehen bleibt, bis sich die Maßnahmen wieder lockern. * Kreiszeitung.denordbuzz.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

* Teile einiger Zitate wurden hinsichtlich der korrekten Rechtschreibung und Grammatik von der Redaktion geändert.

Rubriklistenbild: © NomadSoul via www.imago-images.de

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