OOWV macht sich Zukunftsgedanken

Blicken auf 2020: OOWV-Verbandsvorsteher Sven Ambrosy, Geschäftsführer Karsten Specht, Michael Hass und Laura Späder von „Stadt.Land.Grün“ sowie Stefan Schwanke, stellvertretender OOWV-Geschäftsführer. Foto: Poppen/OOWV

Mehr Trinkwasser an die Kunden liefern, aber zugleich weniger Wasser aus dem Boden entnehmen – mit dieser widersprüchlichen Anforderung müsse der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband 2020 umgehen, sagt Geschäftsführer Karsten Specht. Der Verband will außerdem 83 Millionen investieren.

Landkreis Oldenburg – „Die Natur hat uns die Grenzen der technischen Möglichkeiten aufgezeigt“, bilanzierte Karsten Specht, Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) bereits Ende 2018. Während der Verbandstagung vor wenigen Wochen verdeutlichte er erneut, welcher Belastung die Werke in den vergangenen beiden Sommern ausgesetzt waren: 346 261 Kubikmeter Trinkwasser gaben sie am 26. Juli 2019 ab – und damit rund 120 000 Kubikmeter mehr als an gewöhnlichen Tagen. Diese Mengen erforderten, den Druck auf die Leitungen zu senken – ansonsten hätten Rohrschäden und damit ein Ausfall der Anlage gedroht.

Demzufolge schaut der OOWV in eine Zukunft voller Herausforderungen. „Wenn wir unserem Auftrag in der Daseinsvorsorge gerecht werden sollen, Gesundheit, Wohlstand und die wirtschaftliche Prosperität im Einklang mit dem Umweltschutz zu sichern, muss die Lieferung von Trinkwasser für den menschlichen Gebrauch bei allen Überlegungen Vorrang haben“, sagte Specht während des Jahresauftaktgesprächs des Verbands. Dabei suche dieser angesichts der Forderung, dem Boden weniger Wasser zu entnehmen, nach Alternativen, etwa der Wasserwiederverwertung für industrielle Zwecke.

Zugleich appellierte Sven Ambrosy, Vorsteher des OOWV, an die Mitglieder, den Solidargedanken nicht aufzugeben. Dabei gehe es sowohl um den Ausgleich zwischen der Versorgung von Stadt und Land als auch um die von Gebieten mit Wassermangel und Regionen, in denen eine Trinkwasserförderung möglich ist. Konkretes Beispiel ist der Landkreis Oldenburg. Er ist der größte Wasserlieferant des Verbands – rund ein Drittel der Gesamtmenge wird dort gefördert, berichtete Egon Harms, Leiter des Bereichs Grundwassergewinnung und Ressourcenschutz beim OOWV, im September. Das nasse Gut diene jedoch auch dazu, die Wesermarsch, ein Gebiet ohne eigene Süßwasservorräte, zu versorgen. „Die Solidargemeinschaft wird auch bei den bevorstehenden Herausforderungen des Klimawandels von großer Bedeutung sein“, verdeutlichte Ambrosy.

47,4 Millionen Euro will der Verband in diesem Jahr in den Trinkwasserbereich investieren – mit 15 Millionen entfällt der größte Anteil dabei auf die Erneuerung von Trinkwasserleitungen im Verbandsgebiet, deren Nutzungsdauer abläuft. Im Bereich Abwasser plant der OOWV Ausgaben von 35,6 Millionen. Darin enthalten sind 1,5 Millionen für einen Untergrundspeicher zur Oberflächenentwässerung der Ortsdurchfahrt Kirchhatten. Mit dieser Maßnahme sollen die Folgen der Flächenversiegelung sowie von Stark-regenereignissen abgeschwächt werden, heißt es vonseiten des Verbands.  

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