Filmfest-Chef Torsten Neumann wird im Kulturausschuss einigermaßen rüde zur Rede gestellt

Oldenburger Tribunal

Im Kreuzfeuer des Auschusses: Torsten Neumann fand‘s „schräg“.

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Nehmt es nicht so ernst, hatte Torsten Neumann gesagt. Das mit dem Frosch sei natürlich nur ironisch gemeint, man würde doch wohl einen Witz machen dürfen. Aber da lag er offensichtlich falsch. Denn Politiker verstehen keinen Spaß. Zumindest einige Herrschaften aus dem Kulturausschuss der Stadt Oldenburg nicht. Vor den wurde Neumann, Chef des jüngst zuende gegangenen Filmfestivals, am Dienstagabend zitiert, streng genommen wegen einer grünen Amphibie.

Neumann hatte sich zum Filmfestival einen kleinen Scherz erlaubt und den Frosch zum Maskottchen der 17. Auflage gemacht (wir berichteten), weil die Stadt die Filmfest-Förderung gekürzt und gleichzeitig für 40 000 Euro einen Amphibienteich anlegt. „Ein absurder Vergleich“, wie Neumann selbst bekannte, aber einer, über den der Kulturausschuss so gar nicht lachen wollte. Und so wurde der Filmfest-Chef zur Rede gestellt. Wenn man das so nennen kann.

Den Anfang machte Jutta Bohne von der SPD, die eine Mappe verteilte. Inhalt: Presseartikel der vergangenen Jahre, in denen Torsten Neumann schon einmal eine Aufstockung der Förderung gefordert hatte. „Entschuldigung“, sagte Neumann, „aber was hat das mit der Sache zu tun?“ Nicht viel, dennoch ließ er es sich nicht nehmen, seinerseits mit einem Rückblick zu kontern. „Ich hatte auch eine Zahl von einem früheren Festival parat: Damals betrug die Förderung 2 500 Mark. Dass ich dann um eine Erhöhung bitte, finde ich nicht verwerflich.“

Doch es wurde im Ausschuss auch diskutiert, und wie: „Ihre Aussagen gegenüber der Stadt waren diffamierend“, polterte Bohne, und Sebastian Beer von den Grünen fügte an: „Dann sagen Sie mir doch, Herr Neumann, wo wir in Zukunft sparen sollen.“ Und die Sache mit dem Frosch fand Beer auch nicht wirklich komisch: „Das hat mich sehr geärgert.“ Die Debatte wurde dermaßen hitzig geführt, dass die Beteiligten mehrfach zur Ordnung gerufen werden mussten.

Und Neumann? War von dem Kreuzfeuer tatsächlich etwas überrumpelt. „Das war richtig schräg. Es hatte etwas von einem Tribunal“, berichtete er, „man wollte mich einfach mal so richtig vorführen.“ Mit eher mäßigem Erfolg, denn ob die Regierungsvertreter mit dieser dünnhäutigen Reaktion wirklich Torsten Neumann oder vielleicht nicht doch sich selbst vorgeführt haben, sei dahingestellt. Ebenso übrigens wie die Zukunft des Filmfestes. Da sprang Neumann auch Heinz Harzmann von der CDU zur Seite, der einen bildreichen Vergleich parat hatte: Wie mit dem Filmfest umgegangen wäre, das sei „als zieht man ein Kind groß und zieht ihm mit 17 wieder die Babyschuhe an“.

Was weiter mit dem Filmfest passiert, weiß niemand. Die Stadtregierung hatte bereits durchblicken lassen, dass eine Erhöhung der Förderungssumme nicht zu erwarten sei. Und auch Torsten Neumann hatte keine Lösung parat. „Ich habe angeboten, mich noch einmal mit den einzelnen Fraktionen zu treffen. Mal sehen, ob da jemand auf mich zukommt.“

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