Projekt zur Hörverbesserung erreicht Finalrunde der Exzellenzinitiative: „Wir sind bestens aufgestellt“

Oldenburg lässt aufhorchen

Sperrt die Ohren auf: Dr. Birger Kollmeier von der Abteilung Medizinische Physik.

Oldenburg - Von Daniel Niebuhr · Um eine sehr interessante Frage drückte sich Dr. Birger Kollmeier gestern überaus geschickt. Ob er auch persönlich ein wenig Genugtuung empfindet nach dem Einzug in die Endausscheidung der Exzellenzinitiative? „Fragen Sie mich 2012 nochmal“, sagte der Leiter der Medizinischen Physik an der Universität Oldenburg.

Dass Kollmeier mit streitbaren Aussagen vorsichtig ist, kann ihm allerdings kaum jemand verdenken. Das von ihm vertretene Gemeinschaftsprojekt (Cluster) „Hearing4all“, das in Zusammenarbeit mit Hannoveraner Forschern entstanden ist, hat nämlich streng genommen noch nichts Handfestes erreicht. „Hearing4all“ schaffte zwar am Mittwoch den Sprung in die Endrunde des millionenschweren Exzellenz-Wettbewerbs der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates – über die Sieger und die Prämien wird jedoch erst im Juni 2012 entschieden. „Die Chancen für uns stehen ziemlich genau bei 50 Prozent, würde ich sagen“, schätzte Kollmeier und bemerkte: „Bislang halten wir noch nichts in der Hand.“

Was so freilich nicht ganz stimmt. Denn der Imagegewinn, den sein Projekt und die Oldenburger Universität allein durch den Finaleinzug sicher haben, ist beträchtlich. „Das wiegt letztlich vielleicht sogar mehr als die Aussicht auf die Fördergelder“, meinte Kollmeier; eine bemerkenswerte Aussage angesichts einer möglichen Maximal-Förderung von stattlichen 30 Millionen Euro: „Wir sind eines von 27 Projekten, die positiv bewertet worden sind – bei über 100 eingereichten Anträgen doch eine stolze Leistung.“

Damit es am Ende tatsächlich zum ganz großen Wurf reicht, müssen Kollmeier und sein Team bis September ihrem Vollantrag den entscheidenden Schliff geben. Das Projekt „Hearing4all“ scheint es mit der namhaften Konkurrenz aufnehmen zu können. Mit einem interdisziplinären Forschungsverbund aus Physik, Medizin, Biologie, Ingenieurwissenschaft und Psychologie arbeitet die Universität Oldenburg daran, das Hören für alle leichter zu machen. „Das gilt für extrem Schwerhörige bis zu Menschen, bei denen sich eine Hörschwäche erst anbahnt“, erzählt Kollmeier: „Dazu arbeiten wir auch mit der Industrie zusammen.“ Mit Erfolg: „In ungefähr 80 Prozent der Hörgeräte steckt weltweit schon ein Stück Oldenburg.“ Grund genug für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein: „Wir sind für die Entscheidung bestens aufgestellt – und hoffen, dass am Ende die Qualität siegt.“ Tiefstapeln geht anders.

Vielleicht liegt darin auch ein Unterschied zu 2005. Damals hatten es die Oldenburger schon einmal ins Finale der Exzellenzinitiative geschafft, war dort letztlich gescheitert und am Ende dennoch irgendwie zufrieden. Dieses Mal sind die Ansprüche deutlich größer. „Es wäre für uns alle schon eine große Befriedigung, wenn wir es dieses Mal schaffen würden“, bekennt Kollmeier. Von Genugtuung wollte er zumindest gestern noch nicht reden. Wenn alles gut geht, kann man ihn 2012 ja noch einmal fragen.

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