1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Oldenburg

Nach TÜV-Prüfung Totalschaden: Mann verklagt Land Niedersachsen und bekommt Recht

Erstellt:

Von: Marcel Prigge

Kommentare

Links ist ein großes TÜV-Schild zu sehen. Recht in einem Kreis eine Figur von Justitia.
Ein Mann hat das Land Niedersachsen auf Schadensersatz verklagt und Recht bekommen. Kurz nachdem er beim TÜV war, hatte sein Auto einen Totalschaden. © imago/Montage

Kurios: Ein Mann verklagt das Land Niedersachsen nach einer Überprüfung vom TÜV. Auf dem Nachhauseweg klappte unvermittelt die Motorhaube hoch und führte zu einem Totalschaden am Auto. Der Kläger bekam jetzt Recht.

Oldenburg – Ein Mann hat das Land Niedersachsen wegen eines Fehlers beim TÜV auf Schadensersatz verklagt – und Recht bekommen. Ein Prüfer hatte fahrlässig bei der Überprüfung eines Renault Clio gehandelt. Wie das Oberlandesgericht Oldenburg in einer Pressemitteilung am Mittwoch, 22. Juni 2022, schreibt, haben zwei Frauen das Auto vom TÜV abgeholt. Direkt auf dem Nachhauseweg kam es zum Unfall.

Mann verklagt Land Niedersachsen: nach TÜV Totalschaden am Auto

Als die beiden Frauen nach dem Besuch beim TÜV auf die Oldenburger Stadtautobahn auffuhren, sei auf einmal die Motorhaube aufgeklappt. Die Sicht auf die Fahrbahn war versperrt. „Geistesgegenwärtig konnten die beiden auf den Seitenstreifen fahren“, heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts. Personenschäden habe es keinen gegeben – der Renault Clio hatte aber einen wirtschaftlichen Totalschaden. Eine Reparatur hätte den Wert des Autos überstiegen.

Nach TÜV Totalschaden: Mann legt Berufung beim Oberlandesgericht Oldenburg ein

Kurz zuvor war der Ehemann der Fahrerin beim TÜV gewesen und hatte die orange Plakette bekommen. Er verklagte das Land Niedersachsen vor dem Landgericht Oldenburg auf Schadensersatz. Zunächst hatte er keinen Erfolg, denn der Prüfer habe vor Gericht ausgesagt, er kontrolliere immer, dass die Motorhaube richtig einraste. Der Kläger legte jedoch Berufung beim Oberlandesgericht ein – mit Erfolg.

Mehr aus dem Landkreis Oldenburg und Wildeshausen im Newsletter. Jetzt Kostenlos anmelden.

Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen. Er stellte fest, dass der ganze Schließmechanismus entfettet und trocken gewesen sei. Das habe dazu geführt, dass das Schloss nicht richtig einrastete. Offenbar habe der Prüfer die Arretierung der Motorhaube nicht sichergestellt. Eine andere Schadensursache komme nicht infrage, heißt es in der Mitteilung des Oberlandesgerichts. Für den Mann habe auch keine Verpflichtung bestanden, so kurz nach dem TÜV das Auto zu kontrollieren. Er müsse sich daher auch kein Mitverschulden anrechnen lassen. „Der Kläger erhält nach dem Richterspruch Ersatz für den Totalschaden. Außerdem muss das Land Niedersachsen ihm die Rechtsanwaltskosten ersetzen“, heißt es vonseiten des Gerichts. 

Auch interessant

Kommentare