Konzern kämpft mit Kündigungswelle: 41 000 Kunden verlassen den Energieversorger

Land unter bei der EWE - 41 000 Kündigungen

Im Streit mit den Kunden um zu viel bezahlte Gaspreise gerät die EWE immer mehr unter Druck.

Oldenburg (dn) · Einen Gegner, der am Boden liegt, tritt man nicht. Dachte sich gestern wohl Michael Gudehus von der Initiative „Oldenbürger GEGEN Gaspreiserhöhung“ und ließ Gnade walten. „Absicht? Das will ich nicht unterstellen“, meinte der Oldenburger in einem Interview mit dem NDR gelassen: „Ich denke einfach, dass die EWE-Mitarbeiter mit diesem Mehraufwand nicht fertig werden.“

Gudehus konnte es sich ausnahmsweise leisten, auf einen heftigeren Seitenhieb gegen den Energieversorger zu verzichten – denn der hat bereits Probleme genug. Für die sorgen momentan rund 41 000 Kunden, oder vielmehr Ex-Kunden, die im Zuge der massiven Kritik an der EWE 2010 ihre Kündigung eingereicht haben. Und die Lage für den Konzern wird nicht besser: Die Kündigungswelle droht die Kundenbetreuung des Unternehmens praktisch zu überrollen. „Die Kollegen haben gerade sehr viel zu tun“, bestätigte Unternehmenssprecher Reinhard Schenke und könnte damit ebensogut die Rechtsabteilung meinen. Nicht nur, dass noch etwa 350 Klagen auf Erstattung zu viel bezahlter Gaspreise gegen die EWE laufen, am Horizont droht auch schon neues Ungemach. Viele der Ex-Kunden warten bis heute darauf, zu einem anderen Anbieter wechseln zu können, obwohl die EWE die Kündigung des Vertrags eigentlich innerhalb von fünf Tagen bestätigen muss. „Einigen geht dadurch bares Geld verloren“, berichtet Gudenhus, der darüber so gar nicht verwundert wirkt: „Mit der momentanen Personaldecke ist so ein Kündigungsaufkommen doch gar nicht abzuarbeiten.“

Eine Überforderung der Mitarbeiter wird die wechselwillige Kundschaft jedoch kaum davon abhalten, weitere Schritte gegen den Konzern einzuleiten. Stichwort Schadenersatz: „Der alte Energieanbieter“, erklärt Christel Lohrey von der Verbraucherzentrale Oldenburg, „muss dem Kunden die Mehrkosten erstatten, die unternehmensverschuldet entstanden sind, weil er nicht zum Wunschtermin in einen günstigeren Tarif wechseln konnte.“ Und darauf solle man auch beharren, meint Gudehus: „Ich kann nur raten, immer wieder bei der EWE anzuklopfen und nachzuhaken. Sonst fällt am Ende der Kunde hinten runter.“

Erst einmal taumelt aber die EWE. Wie der Konzern die Misere lösen will, ist völlig offen. Gut möglich also, dass Michael Gudehus bald seine nächste Chance auf einen Seitenhieb bekommt.

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