75-Jähriges Bestehen der Handwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land: Kentzler kündigt Image-Kampagne an

„In Krisenzeiten gut aufgestellt“

+
Verbandspräsident Otto Kentzler, Kreishandwerksmeister Harald Mausolf und Geschäftsführer Hartmut Günnemann (v.l.) während der Festveranstaltung.

Ganderkersee (dut) - Das Wort „Krise“ war am Montagabend wohl das meistgebrauchte in den Reden. Die zentrale Botschaft zum 75-jährigen Bestehen der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land: Das Handwerk trotzt dem wirtschaftlichen Abschwung.

Anlässlich der Feier im Hotel Backenköhler in Ganderkesee bekräftigte der Vorsitzende des Bundesverbandes, Otto Kentzler, seine Forderung nach Steuersenkungen.

Er wollte keine „typische Festrede“ halten, und dieses Versprechen hielt der Chef des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auch ein. „Das Handwerk ist ein Stabilitätsanker in der Krise“, hob der Unternehmer die Rolle der Handwerksberufe in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hervor. Er warb dafür, vor allem die Jugendlichen für Berufe im Handwerk – und dabei nicht nur in den Bau- und Ausbauberufen – zu begeistern. Dafür wolle der Verband im kommenden Jahr erstmals eine groß angelegte Imagekampagne starten. Kentzler forderte die Unternehmen auf, Vorbilder für den Nachwuchs zu sein und so das eigene Überleben zu sichern. „Eine Verbandsstärke wie die ihre ist nämlich nicht selbstverständlich – schauen sie einmal in die neuen Bundesländer“, gab er zu Bedenken.

Kreishandwerksmeister Harald Mausolf betonte, dass die Gemeinschaft trotz der 75-jährigen Geschichte „gar nicht gebrechlich und verbraucht“ sei. „Mit 2 200 Beschäftigten und 750 Azubis ist unser Verband so jung wie nie“, sagte er. „Wir sind auch in Krisenzeiten gut aufgestellt“, hielt er fest.

Die Mehrheit der 420 Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer haben ihren Sitz im südlichen Landkreis Oldenburg . Zum Kammerbezirk gehören die Gemeinden Wildeshausen , Dötlingen, Harpstedt, Ganderkesee und die Stadt Delmenhorst. Deren Oberbürgermeister Patrick De La Lanne betonte, welch „entscheidender Wirtschaftszweig“ das Handwerk sei und dass dort jeder achte Arbeitsplatz zu finden sei.

Neben vielen Glückwünschen und Solidaritätsbekundungen war Landrat Frank Eger der einzige, der auch die Gelegenheit nutzte, um Kritik zu üben. „Ich brauche wettbewerbsfähige Angebote – vor allem im Hochbaubereich von den Unternehmen aus der Region“, sagte der Landrat mit Blick auf öffentliche Ausschreibungen, von denen selten Unternehmen aus dem Verbandsgebiet profitierten. „Wir können keine Preise manipulieren“, sagte er.

Dennoch räumte der Landrat ein, dass die Unternehmen „für gute Arbeit gutes Geld“ erwarten dürften. Auch die Kreisverwaltung spüre eine „positive Grundstimmung“ in der Wirtschaft. Die Gewerbesteuereinnahmen seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits eine Million Euro höher als im vergangenen Jahr. Der Landkreis ist über die Gemeinden an den Einnahmen aus der Gewerbesteuer beteiligt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Meistgelesene Artikel

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz im Landkreis Oldenburg hoch

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz im Landkreis Oldenburg hoch

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz im Landkreis Oldenburg hoch
350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf

350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf

350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf
Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“
Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen

Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen

Motorradfahrer stirbt bei Unfall auf dem Westring in Wildeshausen

Kommentare