Infoveranstaltungen zu Öko-Anbau geplant

Landkreis will Landwirte für Bio-Alternativen begeistern

Ein Feld wird gespritzt.
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Als Ökomodellregion will der Landkreis den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen auf vier Prozent steigern. Symbol

Der Landkreis Oldenburg ist seit Mitte des Monats eine der sieben „Ökomodellregionen“ in Niedersachsen (wir berichteten). In dem dreijährigen Projekt sollen die ökologische Landwirtschaft gestärkt sowie neue Vertriebswege und Absatzmöglichkeiten geschaffen werden. Doch was heißt das genau? Wie geht es nun weiter und was ist geplant?

Landkreis – „Jetzt gilt es, unter Einhaltung der Beschränkungen Infoveranstaltungen zu organisieren“, erzählt Jutta Benken vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft. Im Herbst sollen die ersten Aktionen für umstellungsinteressierte Landwirte angeboten werden können. „Wir möchten gezielt Veranstaltungen schaffen, die die Landwirte ansprechen. Wichtig ist, zu verdeutlichen, wie eine möglichst rentable Wertschöpfungskette entstehen kann.“ Dazu seien im Vorfeld Gespräche mit Akteuren aus allen relevanten Gruppen – von Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern bis hin zur Wissenschaft – geführt worden.

Jetzt gilt es, unter Einhaltung der Beschränkungen Infoveranstaltungen zu organisieren.

Jutta Benken, Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft

Aus eben diesen Gesprächen ergaben sich auch die Ziele, die sich der Landkreis auferlegt. Eines ist, die Anbaufläche von ökologischen Erzeugnissen zu erhöhen. 37 Öko-Betriebe im Landkreis wirtschaften auf 1 680 Hektar. Das sind 2,6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche des Landkreises, die im Zuge des Modellversuchs auf vier Prozent erhöht werden sollen, um so die ökologische Anbauweise zu verbreiten. „Wir halten dieses Ziel für realistisch“, so Benken. Allerdings sei die Vier-Prozent-Marke auch nicht „in Stein gemeißelt“. „Es ist zwar wünschenswert, dieses Ziel zu erreichen, aber es geht vielmehr darum, das Thema präsent zu machen und über ökologische Alternativen zu informieren.“

Aus diesem Grund soll in naher Zukunft ein „Markt der Möglichkeiten“ angeboten werden. „Dieser hat das Ziel, vor allem Verbraucher anzusprechen. Wir möchten das Thema in die Öffentlichkeit tragen“, so Benken. Auf der Veranstaltung könnten Vorträge gehalten werden und unterschiedliche Firmen informieren, erklärt sie das Konzept. „Es soll gute Angebote für Interessierte geben.“

Aber sind die drei Jahre nicht ein viel zu kurzer Zeitraum? „Erstmal geht es um den Netzwerkausbau vor Ort“, so Benken. Da seien drei Jahre gut, um das Thema anzustoßen. „Der Findungsprozess eines Landwirtschaftsbetriebs, bevor auf ökologische Anbauweisen umgestellt wird, dauert lange. Wir schätzen etwa fünf Jahre dafür ein.“ Die eigentliche Umstellung innerhalb des Betriebs beziffert Benken noch einmal auf drei bis vier Jahre. „Es geht also viel mehr darum, einen ersten Impuls zu setzen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Es ist ein Anfang.“

Kreislandvolkverband Oldenburg mit eingebunden

Dieser Anfang wird in Zusammenarbeit mit dem Kreislandvolkverband Oldenburg gestaltet. Zwar kritisierte dieser das Projekt scharf – von „Bio mit der Brechstange“ war die Rede (wir berichteten) –, jedoch finde nun ein enger Austausch statt, erzählt Detlef Kreye, Landwirt und erster Vorsitzender, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir werden unterstützend helfen. Jeder einzelne Betrieb muss jedoch selbst wissen, ob er auf Bio-Anbau umstellen will“, so Kreye. Er steht dem Vorhaben des Landkreises skeptisch gegenüber. „Der Bio-Markt ist übersichtlich und klein. Und solange es ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gibt, ist dieser Markt auch sicherlich reizvoll. Sollten die Bio-Preise allerdings sinken, kann der ökologische Anbau sehr schnell unwirtschaftlich werden.“

Zudem sei es aufgrund des sandigen Bodens im Landkreis schwieriger, die gewünschten Erträge zu erzielen. Es könne sein, dass Landwirte schlussendlich einen hohen Aufwand für wenig Ertrag haben. „Letztendlich sind das wirtschaftliche Entscheidungen“, so Kreye. „Die Anbauweise steht und fällt mit dem Geld, das am Ende generiert wird.“

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