Mammutaufgabe für Baubranche

Gewerkschaft erwartet Beschäftigungsoffensive im Landkreis Oldenburg

Hammer, Zollstock, Funkgerät: Mehr Equipment für mehr Bauprofis im Landkreis Oldenburg. Denn die werden schon bald gebraucht, ist sich die IG Bau sicher.
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Hammer, Zollstock, Funkgerät: Mehr Equipment für mehr Bauprofis im Landkreis Oldenburg. Denn die werden schon bald gebraucht, ist sich die IG Bau sicher.

Für den Neubau von Wohnungen werde jede Hand, die zupackt, gebraucht. Davon ist Gabriele Knue, Vorsitzende der IG Bau Nordwest-Niedersachsen in Oldenburg, überzeugt.

Landkreis Oldenburg – Auf die Baubranche kommt laut der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) eine Beschäftigungsoffensive zu. „Die Zahl der Bauarbeiter im Landkreis Oldenburg wird steigen. Denn mit den heute rund 1 690 Baubeschäftigten ist das, was die Ampel-Koalition vorhat, nicht zu schaffen“, ist sich Gabriele Knue, Vorsitzende der IG Bau Nordwest-Niedersachsen in Oldenburg, sicher.

Für den Neubau von Wohnungen und vor allem auch für das klima- und seniorengerechte Sanieren werde jede Hand, die zupackt, gebraucht, erklärt Knue in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. „Und sie wird gut bezahlt“, fügt sie an. „Es wird höchste Zeit, deutlich zu machen, dass die Branche eine gute Jobperspektive bietet: Es lohnt sich, auf dem Bau zu arbeiten“, versichert die Gewerkschaftlerin.

Erste Lohnerhöhung müsste auf dem Konto sein

Dazu passe das Lohn-Plus, von insgesamt 6,2 Prozent, das die Gewerkschaft jetzt erreicht habe. „Das ist wichtig, um die Arbeit attraktiver zu machen“, betont Knue. Die erste Lohnerhöhung müsse schon jetzt mit dem November-Lohn auf dem Konto sein. Dazu kämen noch drei Einmalzahlungen von insgesamt 1 350 Euro. Auch das Azubi-Portemonnaie werde dicker.

Zusätzlich gibt es jetzt mit dem Wegegeld zum ersten Mal eine generelle Entschädigung für die oft langen Fahrten zu den Baustellen. Ab 2023 werde es dann in voller Höhe gezahlt. Für jeden Weg zur Baustelle bekommen Bauarbeiter künftig – je nach Fahrstrecke – zwischen sechs und acht Euro pro Tag zusätzlich, so die Gewerkschaft. Für den Fall, dass die Distanzen zwischen Bauunternehmen und Baustelle zu groß sind, um sie täglich zu fahren, hätten IG BAU und Bau-Arbeitgeber je nach Entfernung eine Wegezeit-Entschädigung zwischen 18 und 78 Euro pro Woche vereinbart. Damit sei der IG Bau ein „Durchbruch bei den Tarifverhandlungen“ gelungen, ist Knue überzeugt.

„Zukunftspaket Bau“ macht Berufe in der Branche attraktiver

Die Gewerkschaft spricht von einem „Zukunftspaket Bau“, mit dem die Berufe der Branche und damit auch eine Ausbildung auf dem Bau attraktiver geworden seien. Vorausgegangen war eine ungewöhnlich harte Tarifauseinandersetzung: „Es waren extrem langwierige und zähe Verhandlungen. Mehr als einmal drohten sie zu platzen. Ein bundesweiter Baustreik lag in der Luft. Knackpunkt war dabei die Wegezeit-Entschädigung. Dass die jetzt steht, ist ein tarifpolitischer Meilenstein für die Branche“, sagt Carsten Burckhardt vom IG Bau-Bundesvorstand. Er ist an der Gewerkschaftsspitze für das Bauhauptgewerbe verantwortlich. Vor der Baubranche im Landkreis Oldenburg liege jetzt eine Mammutaufgabe, so Knue. „Neu bauen, umbauen, sanieren – Häuser, Straßen, Brücken: Die neue Bundesregierung ‚ampelt‘ neue Bauaufträge. Es wird deshalb bei vollen Auftragsbüchern bleiben“, prognostiziert die Vorsitzende der IG Bau Nordwest-Niedersachsen. Dabei biete der Tarifabschluss dem Bau eine Perspektive.

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