Kirche darf Sprecherin nicht kündigen

Gericht: Oehme muss bleiben

Oldenburg - OLDENBURG (epd/cs) · Die oldenburgische Kirche darf ihrer Pressesprecherin Marlis Oehme nicht kündigen. Das Arbeitsgericht Oldenburg teilte gestern mit, dass der Kündigungsschutzklage von Oehme stattgegeben worden sei.

Auch der Versuch der Landeskirche, mit einem Auflösungsvertrag das Beschäftigungsverhältnis zu beenden, sei vom Gericht zurückgewiesen worden. Beide Seiten können gegen das Urteil in Berufung gehen.

Oberkirchenrat Olaf Grob-leben kündigte an, dass die Kirche die schriftliche Begründung des Urteils prüfen werde. „Eine Kündigung bedeutet immer auch eine rechtliche Gratwanderung“, so Grobleben. „Rechtstreu“ werde sich die Institution Oberkirchenrat verhalten, so Mitglied Wolfram Friedrichs. Die Personalabteilung sei sofort angewiesen worden, die Gehaltszahlungen – auch für den zurückliegenden Zeitraum – wieder aufzunehmen. Außerdem werde es zu einer Kontaktaufnahme kommen, „damit sich beide Seiten außerhalb des Gerichts an einen Tisch setzen können“, hieß es in einer Stellungnahme der Kirche.

Formal ist Oehme also weiter Pressesprecherin der Landeskirche. Wie das Verhältnis aber aussieht, ist offen. „Eine Weiterbeschäftigung wird im Rahmen des bestehenden Arbeitsvertrags erfolgen und sowohl den Qualifikationen und Erfahrungen von Frau Dr. Oehme als auch den Anforderungen der Kirche Rechnung tragen“, hieß es von der Landeskirche. Gleichzeitig werde aber berücksichtigt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien gestört sei.

Oehme wollte das Urteil nicht kommentieren. Die Kirche hatte sie nach zehn Jahren als Pressesprecherin zunächst ohne Angaben von Gründen am 9. und ein zweites Mal am 19. Oktober vergangenen Jahres fristlos gekündigt. Zusätzlich sprach sie am 17. März eine ordentliche Kündigung aus. In dem Prozess am Freitag hatte die Richterin erstmals über die von der Kirche angegebenen Gründe für die Entlassung berichtet. Danach habe es am 6. Oktober ein unangekündigtes Personalgespräch gegeben. Dabei hat sich Oehme nach Angaben eines Teilnehmers „schnippisch und herabsetzend“ verhalten. Für die Arbeitsrichterin reichte dies für eine Kündigung nicht aus. „Emotionale Probleme“ seien kein Entlassungsgrund. Die „Chemie zwischen den Menschen“ spiele vor dem Gericht allenfalls am Rande eine Rolle. Von der Kirche als Arbeitgeberin habe sie in einem solchen Konfliktfall eher ein klärendes Gespräch und eine Mediation erwartet, sagte die Richterin.

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