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Gemeinnützige Organisation enttarnt Oldenburger Pädophilen

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Von: Dierk Rohdenburg

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Eine Kriminaloberkommissarin vor einem Auswertungscomputer.
Eine Kriminaloberkommissarin vor einem Auswertungscomputer. © dpa

Oldenburg – Erneut hat das „Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“ (NCMEC) aus den USA einen Oldenburger wegen Besitzes von Kinderpornografie enttarnt.

Erst vor zehn Tagen war ein fünffacher Familienvater vom Oldenburger Amtsgericht wegen Besitzes von Tausenden Dateien mit Kinderpornografie zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Auch dieser Angeklagte war von dem amerikanischen Zentrum, das weltweit die schmutzigen Seiten des Internets nach Nutzern von Kinderpornografie durchforstet, entdeckt worden.

Im aktuellen Fall handelt es sich um einen 45 Jahre alten Mann aus Oldenburg. Er hatte auf seinen Computer und Handy 500 Dateien mit Kinderpornografie gespeichert. Das Oldenburger Amtsgericht verurteilte ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Außerdem muss der 45-Jährige 1.500 Euro an ein Kinderschutz-Zentrum zahlen. Während der Familienvater, der sich vor zehn Tagen vor dem Gericht verantworten musste, aus Langweile in einem Quarantäne-Hotel im Ausland die Dateien mit Kinderpornografie auf seinen Rechner geladen haben will, soll dem jetzigen Angeklagten während einer Homeoffice-Zeit „die Decke auf den Kopf gefallen“ sein. Ob Langeweile und beengte Räumlichkeiten aber die wahren Motive für den Konsum von Kinderpornografie sind, ist eher fraglich.

Konsum schafft erst den Markt

Das „NCMEC“ geht davon aus, dass der Konsum von Kinderpornografie erst den Markt dafür schafft. Und genau das will das amerikanische Zentrum bekämpfen. Die gemeinnützige Organisation ist 1984 vom Kongress der Vereinigten Staaten zur Bekämpfung von Kinderpornografie gegründet worden war.

Ist das Zentrum fündig geworden, gehen in Deutschland entsprechende Meldungen an das Bundeskriminalamt, das Landeskriminalamt und an die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Kinderpornografie in Hannover. Und von dort an die jeweiligen zuständigen Polizeidienststellen. Die Oldenburger Polizei musste in kürzester Zeit zweimal klingeln: Bei dem Familienvater und bei dem 45-Jährigen.

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