Stadtrat beschließt geringere Kürzung des Oldenburger Filmfestes / Neumann: „Es wird weitergehen“

Der Frosch lebt

Macht weiter: Festival-Chef Torsten Neumann nahm die Entscheidung des Stadtrats mit Wohlwollen zur Kenntnis.

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Wenn Torsten Neumann einmal begeistert ist, hört sich das so an: „Ich finde das Ganze mittelmäßig sensationell, um nicht zu sagen super“, gab der gelöste Leiter des Oldenburger Filmfestes gestern zu Protokoll und verkündete schließlich die Nachricht, auf die nicht nur Kulturfans sehnsüchtig gewartet hatten: „Es wird eine 18. Ausgabe geben.“

Das Ereignis, das Neumann und die Anhänger des Festivals in solch gute Stimmung versetzt hatte, war am Montagabend im Oldenburger Rathaus über die Bühne gegangen. Der Stadtrat hat mit der Mehrheit aus CDU, Grünen und Freien Wählern (FW) den Ergebnishaushalt 2011 verabschiedet und die Kürzungen der Fördermittel zurückgenommen, zumindest zum Teil. Statt über 50 000 Euro zu streichen, spart die Stadt „nur“ 23 000 Euro ein – macht eine Fördersumme von 77 000 Euro. „Das ist ein Signal für uns, weiterzumachen“, meinte Neumann, der über eine Fortsetzung nach eigenem Bekunden „lange nachgedacht hatte“.

Die Kürzung der Gelder auf unter 50 000 Euro schien eigentlich beschlossene Sache gewesen zu sein. Die SPD, die mit 16 Sitzen die stärkste Stadtrats-Fraktion stellt, wollte das Geld lieber anderweitig verwenden, was die CDU zu der Annahme führte, die Sozialdemokraten wollten das Festival „kaputtsparen“. „Man muss schon sagen, dass die SPD wenig Interesse an einem Treffen oder an einem Kompromiss hatte“, meint Neumann und prangert das „Denken in Extremen“ an: „Wir waren für einen Mittelweg offen, der allen Seiten gerecht wird, sind aber auf taube Ohren gestoßen.“

Das galt nicht für Oberbürgermeister Gerd Schwandner, der am Rande des Festivals angekündigt hatte, die Kürzung zurückzunehmen. Das gelang ihm nun indirekt, wenn auch nicht in vollem Umfang. An den Haushaltsgesprächen war er nicht beteiligt gewesen; die CDU war allerdings, wie des Öfteren, einer Meinung mit dem parteilosen Oberbürgermeister. Dass die Förderung nicht komplett unangetastet bleibt, wie von den Christdemokraten gefordert, war ein Zugeständnis an die Grünen, die am Montag dennoch verkündeten: „Mit dieser Förderung kann das Filmfest seine Bedeutung erhalten und ausbauen.“

Eine Vision, für deren Umsetzung wiederum Torsten Neumann zuständig ist. Und der kündigte gestern ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten an. „Der Frosch muss weiterleben“, forderte er in Anspielung auf das Maskottchen der jüngsten Festival-Auflage, das weit über Oldenburg hinaus für Furore gesorgt hatte. „Wir müssen ja praktisch noch einmal auf ihn zurückkommen, so wie der eingeschlagen ist.“ Und dieses Mal gibt es auch mit der Politik keinen Ärger.

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