Frau sprang in Panik aus dem Fenster

Freundin misshandelt: Haftstrafe

Mediengruppe Kreiszeitung
+
Mediengruppe Kreiszeitung

Oldenburg - Weil er seine Freundin so schwer misshandelt hatte, dass die junge Frau in Panik aus vier Metern Höhe aus dem Fenster sprang und sich dabei beide Füße brach, ist ein 24 Jahre alter Mann aus Oldenburg am Dienstag zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die Oldenburger Schwurgerichtskammer wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung. Den ursprünglichen Anklagevorwurf des versuchten Totschlags ließ sie fallen. Zwar waren die Schläge und Tritte gegen die 23-jährige mit äußerster Brutalität und Wucht ausgeführt worden, eine Tötungsabsicht aber ließ sich nicht feststellen.

Mit dem Strafmaß lag das Gericht über den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die dreieinhalb Jahre Gefängnis für den Angeklagten beantragt hatten. Die Verteidigung dagegen hatte sich nur zweieinhalb Jahre Gefängnis gewünscht. Doch es kam anders. Neben der Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis ordnete das Gericht gestern zusätzlich die Unterbringung des alkoholkranken Angeklagten in der geschlossenen Entziehungsanstalt an.

Neben der Alkoholsucht leidet der 24-Jährige unter einer Persönlichkeitsstörung. Er muss nicht viel gereizt werden, dann schlägt er zu. Das wusste auch seine Freundin. Der Angeklagte sei Schlägereien nie aus dem Weg gegangen, hatte sie erklärt. Dass es aber sie selbst einmal treffen könnte, das hatte sie nie geglaubt. Die 23-Jährige sollte sich irren. „Sie haben das Vertrauen ihrer Freundin zerstört und sie schwerst verletzt“, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann gestern zu dem Angeklagten.

Es war der 11. August vergangenen Jahres. Damals hatte sich der Angeklagte über seine Freundin geärgert. Es hagelte Faustschläge und Tritte. Dann sprang die 23-Jährige und brach sich beide Füße. Ob sie jemals wieder richtig laufen kann, steht noch nicht fest. „Insofern hat ihre Freundin lebenslang bekommen“, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Wie der ausrasten kann, das mussten auch Polizeibeamte erfahren. Der endgültigen Festnahme war ein längerer Kampf mit vier Beamten vorausgegangen. Der Angeklagte hatte die Polizisten aufs Übelste beleidigt und mit Blut bespuckt.

wz

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

„Impfdosis-Retter“ müssen fix sein

„Impfdosis-Retter“ müssen fix sein

„Impfdosis-Retter“ müssen fix sein
Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“

Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“

Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“
Ende für Burmeister-Haus in Wildeshausen rückt näher

Ende für Burmeister-Haus in Wildeshausen rückt näher

Ende für Burmeister-Haus in Wildeshausen rückt näher
Grüne wollen besseres Ideen- und Beschwerdemanagement

Grüne wollen besseres Ideen- und Beschwerdemanagement

Grüne wollen besseres Ideen- und Beschwerdemanagement

Kommentare