Vorfälle aus 2004 im Fokus

Falschgeldprozess: Hoffnung auf Zeugen

Falscher Fünfziger? Einer Kassiererin war aufgefallen, dass der Schein, den ihr ein mutmaßlicher Betrüger gab, extrem stank. 
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Falscher Fünfziger? Einer Kassiererin war aufgefallen, dass der Schein, den ihr ein mutmaßlicher Betrüger gab, extrem stank. symbol

Oldenburg/Wildeshausen – Ein nach Chemikalien stinkender 50-Euro-Schein, abgehörte Telefone und mehrere teils bereits verurteilte Mittäter: Das Schöffengericht am Amtsgericht Wildeshausen verhandelte am Montag einen Fall, in dem noch einige Fragen offen sind. Ene der größten Schwierigkeiten bei der Zeugenbefragung war die Tatsache, dass es sich um Vorfälle aus dem Jahr 2004 handelte. Der Grund für die lange Verzögerung: Der 55-jährige Angeklagte sei lange Zeit nicht auffindbar gewesen, erklärte die Richterin.

Eine Gruppe mehrerer Männer, so die Anklage, soll im September 2004 in Wildeshausen, Bremen und weiteren Orten versucht haben, Falschgeld im Wert von insgesamt 2 000 Euro in Umlauf zu bringen. Insgesamt vier Fälle – in zwei Discountermärkten, einem Casino sowie einem Autohaus – listete der Staatsanwalt auf. An ihnen soll der angeklagte 55-Jährige, der seinerzeit in Aschenstedt (Gemeinde Dötlingen) lebte und inzwischen in Oldenburg wohnt, Anteil gehabt haben. Da dieser jedoch von seinem Recht zu schweigen Gebrauch machte, musste sich das Gericht bei der Beweisaufnahme allein auf Zeugenaussagen stützen.

Ein 54-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Wildeshausen schilderte, er und seine Kollegen seien erst durch einen Hinweis der Delmenhorster Beamten auf den Fall aufmerksam geworden. Diese hatten einen der Männer festgenommen, weil er in einem Delmenhorster Discounter versucht hatte, mit einem gefälschten 50-Euro-Schein zu bezahlen. Im Fahrzeug des Verdächtigen entdeckten die Einsatzkräfte weiteres selbst gedrucktes Geld.

Ein Täter wurde damals identifiziert

Durchsuchungen in einer Autowerkstatt in Aschenstedt, einem Automarkt in Bremen sowie in verschiedenen Wohnungen hätten zunächst keine weiteren Funde erbracht, berichtete der Polizeibeamte weiter. Dann jedoch seien in einem Autohaus im Landkreis Verden beim Kauf eines Gebrauchtwagens sowie in einem Discounter in Wildeshausen erneut sogenannte Blüten aufgetaucht. Mithilfe einer Kassiererin sei es damals gelungen, einen der mutmaßlichen Täter zu identifizieren.

Die heute 54-jährige Ahlhornerin konnte sich daran vor Gericht allerdings kaum erinnern. Einzig die Bezahlsituation schien ihr im Gedächtnis geblieben zu sein: „Das war ein Fünfziger. Der roch unheimlich nach Chemikalien, das hat mich stutzig gemacht.“ Ohne Testgerät und mit einer langen Kundenschlange an der Kasse habe sie jedoch einfach weitergearbeitet, gab die Frau an. Wer die Polizei gerufen und dass sie den Beamten gegenüber bei einer Wahllichtbildvorlage einen Mann als Täter benannt habe, wisse sie nicht mehr. Dahingegen konnte sich der Kriminalhauptkommissar an die Szene noch gut erinnern: „Sie hat sehr emotional reagiert, weil sie eine Person wiedererkannt hat.“

In der Beweisaufnahme sehr weiterhelfen würde laut Richterin wohl die Aussage eines Litauers, der ebenfalls in die Falschgeldgeschäfte verwickelt gewesen sein soll. Allerdings ist unklar, ob er die Ladung des Gerichts überhaupt erhalten hat. Dies könne bis zu einem halben Jahr dauern, hieß es. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 5. Oktober angesetzt.

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