Experte ist für Tötung, wenn neue Maßnahmen nicht helfen

Wölfin beobachtet Zaunbau

Stromprüfung: Frank Faß (links) lässt sich von Tino Barth demonstrieren, wie er die Herde schützt.
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Stromprüfung: Frank Faß (links) lässt sich von Tino Barth demonstrieren, wie er die Herde schützt.

Goldenstedt - Von Matthias Niehues. Kaum glauben konnte Schäfer Tino Barth, was ihm am Dienstag passierte. Eine Wölfin schaute ihm aus sicherer Entfernung beim Hochrüsten des Schutzzaunes an seiner Schafweide an der Hunte bei Goldenstedt zu. Gemerkt hatte er es zunächst nicht. Ein Jäger machte ihn darauf aufmerksam, der das Tier mit dem Fernrohr entdeckt hatte.

Schafhalter Barth hatte am 2. Oktober einen Übergriff auf eine Herde zu verzeichnen, bei der neun tote und sieben verletzte Schafe zu beklagen waren. Noch stehen die DNA-Ergebnisse aus, der Wolfsberater Dr. Torsten Schumacher bestätigte aber bereits wolfstypische Verletzungen nach der siebenstündigen Untersuchung vor Ort.

Es spricht alles dafür, dass damit erstmals ein Wolf Zäune überwunden hat, die bisher als wolfssicher galten. Nun erhielt Barth unangemeldeten Besuch von Frank Faß. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Wolf in Niedersachsen wollte sich selbst ein Bild vor Ort machen und war sehr positiv überrascht. „Vorbildlicher kann man seine Tiere nicht schützen“, lobte er den Schafhalter, nachdem dieser ihm seine drei Weiden gezeigt hatte.

Nach dem vermutlichen Wolfsübergriff hat Barth zwei Flächen mit zusätzlichen Stützen und Flatterband des Landes von 1,10 auf 1,60 Meter Höhe gesteigert. Als wolfssicher gilt eigentlich ein Elektrozaun von 90 Zentimetern Höhe.

Normalerweise untergraben Wölfe Hindernisse. Dass die Wölfin aus dem Moor zum Springen neigt, belegten Schneespuren schon im vergangenen Winter. Davon ist auch Otto Nageler in Rüssen bei Twistringen überzeugt, dessen Damwildgatter inzwischen viermal von der Wölfin heimgesucht wurde. Von den ursprünglich 20 Tieren leben deshalb nur noch neun. Wolfsexperte Faß besuchte auch ihn.

Barths Zaun ist rund 20 Zentimeter in den Boden eingegraben, 1,60 Meter an der tiefsten Stelle hoch und durch Stromlitzen geschützt. Faß machte schnell die Stelle aus, an der die Wölfin wiederholt über den Zaun gesprungen sein muss. „Sicherer als bei Barth kann man Schafe nicht schützen“, ist Faß überzeugt. Wenn ein Wolf dies dennoch wiederholt überwinde, sei er „über“. Dann müsse reagiert werden.

Das Bejagen von Wölfen ist für Faß kein grundsätzliches Tabu. „Ich habe meinen Frieden damit, wenn man Wölfe irgendwann bejagen sollte. Aber es müssen klare Regeln her“, sagte er.

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