Konzern gibt EEG-Umlage weiter

EWE: Der Strom wird teurer

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Christian Blömer war gestern merklich um einen vorsichtigen Tonfall bemüht. „Natürlich ist das in der momentanen Situation dem Ansehen vielleicht nicht förderlich“, sagte der Pressesprecher der EWE, der gerade zuvor die Anhebung des Strompreises zum 1. Februar verkündet hatte: „Aber wir kommen nun einmal nicht drum herum.“

Natürlich wusste Blömer nur allzu gut, wie das klingen würde. Sein Konzern war zuletzt von Hiobsbotschaft zu Hiobsbotschaft geschlingert; die Frage nach den Rückzahlungen zuviel bezahlter Gaspreise ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. So gesehen war der Energieversorger gestern in einer vergleichsweise komfortablen Lage: Er hatte einen nachvollziehbaren Grund für das Drehen an der Preisschraube. „Die EEG-Umlage steigt 2011 um über 70 Prozent pro Kilowattstunde“, erklärt Blömer: „Das können wir nicht beeinflussen.“ In der Tat ist diese Abgabe, mit der erneuerbare Energien gefördert werden sollen, von den Netzbetreibern festgesetzt, die damit die Mehrkosten decken, die ihnen durch Ökostrom entstanden sind. Das bedeutet Zusatz-Ausgaben auch für die EWE. „Wir geben diese sogar noch nicht einmal in vollem Umfang an die Kunden weiter“, sagt Blömer und rechnet vor: „In der Grundversorgung steigt der Strompreis bei uns pro Kilowattstunde von brutto 23,09 Cent auf 24,16 Cent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3 500 Kilowattstunden zahlt damit rund drei Euro im Monat mehr.“ Das sei moderat, meinte Blömer und ließ es sich nicht nehmen, das eigene Unternehmen deutlich von den „schwarzen Schafen“ zu distanzieren: „Viele Unternehmen nutzen die EEG-Umlage als Vorwand, um für sich selbst noch einen Schluck aus der Rendite-Pulle zu nehmen. Das tun wir nicht.“ Hintergrund ist ein Bericht des Magazins „stern“, in dem berichtet wurde, dass viele Energieversorger ihre Gebühren unter dem Mantel der Abgabe unangemessen erhöhen. Dennoch sei die Umlage für Blömer durchaus eine sinnvolle Sache. „Es ist schließlich von der Politik und der Bevölkerung gewollt, dass erneuerbare Energien unterstützt werden. Da sind wir ja auch vorn dabei.“

Und so profitiert die EWE indirekt schließlich auch von der EEG-Umlage. Der Konzern investiert seit Jahren in großem Stil in erneuerbare Energien und ist gerade in der Offshore-Technik in der nationalen Spitze vertreten. Ein Teil des Geldes fließt über Fördergelder für Ökostrom-Projekte an den Konzern zurück.

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