Oldenburger Ratsherr beklagt mangelnde Rückendeckung in der CDU

Broel erneuert seine Kritik

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Der Anfang der Woche von der Oldenburger CDU abgewanderte Ratsherr Alexander Broel (wir berichteten) hat seinen Austritt gestern erneut verteidigt und ist mit den ehemaligen Parteikollegen hart ins Gericht gegangen.

„Viele in der CDU haben einfach Angst davor, Flagge zu zeigen“, sagte der 43-Jährige, der als parteiloser Abgeordneter nun die Fraktion der Grünen verstärkt. Die nur durch einen Münzwurf verlorene Kampfabstimmung um Platz zwei auf der Liste in Eversten für die Kommunalwahl 2011 habe dabei für ihn lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt. „Allerdings“, bekennt Broel, „hatte ich durchaus das Gefühl, dass einige auch mit mir persönlich ein Problem hatten.“

Negativer Höhepunkt sei ein von ihm initiierter Antrag zur Optionskommune gewesen, die in Zukunft die klassische Arbeitsagentur ersetzen soll. In Oldenburg jedoch nicht: „Ich habe einen Dringlichkeitsantrag dafür vorbereitet und mir die Rückendeckung meines Parteivorsitzenden Olaf Klaukien geholt“, erzählt Broel, der selbst die Grünen-Fraktion schon überzeugt hatte, dafür zu stimmen. Unmittelbar vor der Sitzung bekam er aber einen Anruf von Klaukien, der ihm nach Rücksprache mit dem Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Klarmann mitteilte: „Die Fraktion stimmt dagegen.“ Und so kam es auch: Die Grünen votierten für den Antrag des CDU-Manns, dessen eigene Fraktion, von ihm selbst abgesehen, dagegen. „Egal ob das eine persönliche Nummer war oder die Angst der Fraktion vor der eigenen Courage – wenn so etwas passiert, muss man irgendwann die Reißleine ziehen.“

Seine Zukunft sieht Broel zwar bei den Grünen („Ich bin da sehr zuversichtlich“), dennoch sei „schade, denn die CDU hätte viel mehr erreichen können. Mit dieser übervorsichtigen Art, Politik zu machen, kann ich mich aber nicht identifizieren. Wir stellen sogar weniger Anträge als die Linkspartei – das ist eine schwache Leistung.“

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