Studenten wohnen umsonst und leisten dafür Hilfe

Projekt an der Uni Oldenburg: Biete Gartenarbeit für ein Zimmer

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Svenja Grebener vom Asta will das Projekt „Wohnen für Hilfe“ in Oldenburg voranbringen. Der Wildeshauser Student Lutz Menkens hat sich als einer der ersten bei ihr gemeldet.

Oldenburg - Von Klaus Eilers. Studenten bieten ihre Hilfe an – zum Beispiel bei der Gartenarbeit – und können dafür mietfrei bei Senioren oder anderen Menschen unterkommen.

Das ist der Gedanke des Projekts „Wohnen für Hilfe“, das vor vier Wochen in Oldenburg angelaufen ist. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Universität Oldenburg setzt das Projekt um.

Der Student Lutz Menkens aus Wildeshausen ist einer der ersten, der sich beim Asta gemeldet hat, um bei „Wohnen für Hilfe“ mitzumachen: „Ich habe mir bisher vier Wohnungen persönlich angesehen und auf meiner Suche bestimmt schon an die 20 Personen angeschrieben“, erzählt der Student der Sozialwissenschaften und Pädagogik – bisher ohne Erfolg. Deshalb wohnt er noch bei seiner Mutter in Wildeshausen und pendelt nach Oldenburg.

„Die Wohnraumsituation ist schwierig. Die Studenten hangeln sich oft von WG-Gespräch zu WG-Gespräch“, bestätigt Svenja Grebener, die beim Asta für Hochschulpolitik und „Wohnen für Hilfe“ zuständig ist. Bei dem Projekt gilt die Faustregel: Pro Quadratmeter überlassenem Wohnraum leisten die Studenten eine Stunde Hilfe im Monat. Sie zahlen keine Miete, wohl aber sämtliche Nebenkosten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten - aber keine Pflege

Welche Unterstützung die Studenten leisten, richtet sich nach den Bedürfnissen der Wohnraumanbieter. Denkbar sind zum Beispiel Hilfen im Haushalt, Gartenarbeit, Einkaufen, Tierpflege, Spaziergänge, Gesellschaft leisten oder Kinderbetreuung. Ausgeschlossen sind Pflegeleistungen jeglicher Art. 

„Teilnehmen können auf der einen Seite Studenten, auf der anderen Seite Menschen mit Hilfebedarf – wie Senioren, Alleinerziehende, Familien und Menschen mit Behinderung sowie chronisch Kranke“, zählt Grebener auf. Noch steht das Projekt in Oldenburg ganz am Anfang. „Eine Wohnpartnerschaft zwischen einem älteren Oldenburger Ehepaar und einer Studentin haben wir bislang vermittelt“, berichtet sie. 

Problem auf der Anbieterseite

Das Problem liegt auf der Anbieterseite. Das soll sich nun ändern. Grebener führt deshalb in Kürze Gespräche mit Organisationen wie dem Seniorenstützpunkt, um „Wohnen für Hilfe“ voranzubringen. Für Grebener ist das Projekt mehr als ein Job: „Ich stecke da mein Herzblut rein. Ich bin so voller Vorfreude, dass es wächst“, schwärmt sie. Derzeit gibt es „Wohnen für Hilfe“ bundesweit in mehr als 30 deutschen Städten. Allein in Bonn gebe es einige Hundert Wohnpartnerschaften.

Wer sich für „Wohnen für Hilfe“ interessiert, kann sich unter Telefon 0441/7982573 oder per E-Mail an kontakt@wfh-oldenburg.de an den Asta wenden. 

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