Oldenburger Arbeitsagentur sieht einen positiven Trend – und warnt vor Fachkräftemangel

Aufschwung mit Schattenseiten

Vorsichtig optimistisch: Die Arbeitsagentur Oldenburg stellte gestern die Zahlen zum Arbeitsmarkt vor.

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrOLDENBURG · Berndt Wozniak demonstrierte gestern eindrucksvoll seine Medienkompetenz. Kritischen Nachfragen bei der Vorstellung der Arbeitslosenzahlen kam der Geschäftsführer der Oldenburger Arbeitsagentur gleich wortgewandt zuvor.

„Was Sie sich fragen werden“, schickte Wozniak den Pressevertretern grinsend entgegen, „ist doch: Wie lügen wir uns die Zahlen dieses Mal zurecht?“

In der Tat wäre die Frage nach der Dunkelziffer, auf die der ARGE-Chef damit anspielte, mit hoher Wahrscheinlichkeit noch gestellt worden; andererseits gab weder diese noch die offizielle Zahl Anlass zur Manipulation. Denn, wie Wozniak trotz eines schlechteren Ergebnisses als im Vormonat, zufrieden feststellte: Der Trend sei postitiv. Offiziell waren im Dezember 21 017 Menschen im Bezirk Oldenburg (mit Geschäftsstellen in Bad Zwischenahn, Brake, Delmenhorst, Nordenham und Wildeshausen) arbeitslos, 828 mehr als im November, aber 839 weniger als im gleichen Monat 2009. „Der frühe Wintereinbruch hat dem Dezember seinen Stempel aufgedrückt“, meinte Wozniak: „Aber weniger als wir es erwartet hatten.“ Die aktuelle Quote von 7,2 Prozent liegt fast genau auf dem Niveau für das gesamte Niedersachsen (7,1 Prozent) und 0,3 Punkte unter dem Wert von 2009. „Man sieht, dass im Oldenburger Land etwas passiert. Die Zuversicht, die die Konjunkturforscher verbreiten, macht weiter die Runde.“

Auch als die Sprache auf die tatsächliche Unterbeschäftigung kam, besagte „Dunkelziffer“, die die durch Maßnahmen der Agenturkurzfristig Beschäftigten mit einbezieht, verbreitete Wozniak weiter Optimismus. „Mit 28 420 haben wir da natürlich eine höhere Zahl, die wir aber 2010 um 8,8 Prozent reduziert haben. Ich bin überzeugt, dass wir mit den Maßnahmen am Arbeitsmarkt den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Allerdings lag dem ARGE-Vertreter dann doch noch ein Stein auf der Seele, und der betraf vor allem Erwerbslose über 50. Aktuell zählt die Agentur in dieser Altersgruppe 5 798 Arbeitslose, ein Wert, der kontinuierlich steigt. „Wenn man die Zahlen betrachtet“, meint auch Wozniak, „muss man sagen, dass ältere Menschen vom Aufschwung weniger profitieren.“ Das sei gerade in Bezug auf die Debatte um die Rente mit 67 interessant. „Immerhin konnten wir den Anteil der Hartz IV-Empfänger über 50 reduzieren, das ist auch wichtig.“

Die Altersstruktur förderte jedoch noch ein weiteres Problem zutage: Weil viele der Fachkräfte bereits über 50 seien und eher früher als später aus dem Dienst ausscheiden, droht schon jetzt ein Fachkräftemangel. „Und der klopft schon an die Tür“, warnte Wozniak und forderte die Politik und die Betriebe auf, schnellstmöglich gegenzusteuern. „Die Schulen müssen besser qualifizieren, und die Betriebe müssen Kompromisse machen, sonst fährt der ganze Karren an die Wand.“

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