Landrat Eger stellte die bisherigen beiden Kreisfeuerwehrbereitschaften außer Dienst / Ab Januar eine größere Einsatztruppe

Applaus zur Auflösung – nun neue Ära

Das sind nur einige der 250 angetretenen Brandschützer der beiden Feuerwehrbereitschaften.

Oldenburg - (ck) · Mit Applaus von mehr als 250 Brandschützern besiegelte Landrat Frank Eger am Samstagnachmittag die ereignisreiche Geschichte der beiden Kreisfeuerwehrbereitschaften.

„Mit dem Ende einer Ära beginnt aber auch eine neue – und ich bin sicher, dass sie genauso erfolgreich wird“, unterstrich er mit Blick auf die künftige Hilfstruppe für Hochwasser, Großbrände, Gefahrgut-Unfälle und andere Katastropheneinsätze. Diese Phase der neuen Kreisfeuerwehrbereitschaft ab 1. Januar 2010 leiteten Eger und Kreisbrandmeister Andreas Tangemann mit der Übergabe aller Ernennungsurkunden an die Funktionsträger ein.

Durch die vorherige Ablösung von Klaus Stepparth als Leiter der ersten Bereitschaft und Rolf Cordes als „Chef“ der zweiten sowie der Entbindung ihrer Stellvertreter und Zugführer von den bisherigen Aufgaben samt anschließender Zusammenlegung beider Kontingente vollzog sich am Sandhatter Feuerwehrhaus ein laut Eger „von langer Hand geplanter“ Akt. Als viel wichtiger wertete der Landrat aber die Tatsache, dass „der Anstoß zu diesem Gedanken aus Reihen der Feuerwehr selbst kam“.

Im Mai 2007 hatten die Brandschützer dies im Rahmen einer Übung angeregt, ein knappes halbes Jahr später befassten sich die Mitglieder des Brandschutzausschusses erstmals mit diesem Thema. Dessen Empfehlung übernahm der Kreistag im Dezember 2007 mit dem Votum zur Schaffung einer Bereitschaft. Nun, nach Ende der Amtszeiten beider bisherigen Bereitschaftsleiter, vollzog sich dieser Schritt.

Eger nannte das Hauptargument der Feuerwehr-Verantwortlichen: „Die Vorhaltung von zwei Bereitschaften überstieg die im Kreisgebiet vorhandenen Kapazitäten.“ Er freute sich, dass während der Beratungen zu diesem Schritt aus Reihen der Orts- und Gemeindebrandmeister „nur Anregungen, aber keinerlei Einwände kamen“.

Dabei hatten die Trupps aus Fachkräften und Fahrzeugen aller Ortsfeuerwehren viele Erfolge aufzuweisen. Der Landrat erinnerte daran, dass die zweite Bereitschaft eigentlich die erste sei, denn sie entstand am 10. Juli 1963 – als „Luftschutz-Feuerwehrbereitschaft“. Die Erstausstattung bestand aus einem Tanklöschfahrzeug und einem Funkkoffer – sowie braunen Uniformen. „Aber diese Farbe kam damals gar nicht gut an“, wusste Eger. Bis 1964 kamen weitere Bundesfahrzeuge dazu – und die waren auch dringend nötig, wie der Landrat mit Blick auf damalige Großschadenslagen im Landkreis erklärte. Zu den spektakulärsten und gefährlichsten Alarmierungen zählte er den Waldbrand 1974 in der Lüneburger Heide. Auch während des Elbe-Hochwassers 2002 in Lüchow-Dannenberg standen die Männer und Frauen der inzwischen mit modernen Kreis- und Ortsfeuerwehrfahrzeugen ausgestatteten Bereitschaft an den Deichen.

Die „erste“ Kreisfeuerwehrbereitschaft existierte seit 21. Februar 1978. Deren Aktive meisterten beim Huntehochwasser in Wardenburg 1981, dem bisher einzigen Katastrophenfall im Landkreis, ihre Bewährungsprobe. Zudem bewiesen sie sich während der Waldbrände 1994 und 1995 an der Autobahn 1, beim Huntehochwasser 1998 in Astrup, ebenfalls 2002 in Lüchow an der Elbe sowie beim Delme-Hochwasser 2003.

Nun freute sich Eger, ab Januar eine noch schlagkräftigere Bereitschaft unter der Führung von Klaus Stolle aus der Ortsfeuerwehr Huntlosen und dem Dingsteder Hergen Schütte als Stellvertreter zu haben, die die finanziellen und materiellen Ressourcen noch besser nutze.

Diesen Worten hatte Kreisbrandmeister Andreas Tangemann nicht viel hinzuzufügen. Er erklärte den offiziellen Teil für beendet und lud alle Feuerwehrleute, die ebenfalls mit angetretenen Rettungsdienste und Mitglieder des Technischen Hilfswerks sowie offizielle Gäste zum Erbsensuppe-Essen im Sandhatter Feuerwehrhaus ein. Die Stärkung hatte das Team des DRK Wildeshausen-Dötlingen kredenzt.

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