Angeklagter bestreitet, gefahren zu sein

Mann schläft seinen Rausch auf der A29 aus

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Mediengruppe Kreiszeitung

Cloppenburg/Oldenburg - Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr und Beleidigung muss ein 27 Jahre alter Mann aus Bramsche eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen und vier Monate auf seinen Führerschein verzichten. Ein entsprechendes Urteil des Cloppenburger Amtsgerichtes hat das Oldenburger Landgericht gestern weitgehend bestätigt.

Dem Prozess lag ein höchstgefährlicher Sachverhalt zugrunde. In der Nacht zum 24. Oktober 2013 war der Autobahnpolizei Ahlhorn ein schwarzes Auto gemeldet worden, das ohne Warnblinklicht und Absicherung völlig dunkel auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn 29 bei Ahlhorn stehe.

Die Beamten fanden den Angeklagten dann in dem Wagen vor. Er saß auf dem Fahrersitz und war angeschnallt. Seinen Kopf hatte er aufs Lenkrad gelegt. Der Mann schlief tief und fest. Auf heftiges Klopfen öffnete dann ein anderer Insasse, der auf der Rückbank lag, hinten die Tür. Was denn los sei, wollte der orientierungslose Mann wissen. Beide waren volltrunken. Als der Angeklagte dann wieder bei Sinnen war, beleidigte er die Beamten. Sie sollten bloß nicht das Fahrzeug anrühren. Das Auto sei sein „Baby“ und sein „Heiligtum“. Nur er dürfe es fahren.

Umso überraschter zeigten sich die Beamten, als der Angeklagte wenig später erklärte, er sei gar nicht gefahren, sondern sein Kumpel von der Rückbank. Anderes solle man ihm erst einmal nachweisen. Und der Mann von der Rückbank bestätigte die Angaben des Angeklagten, obwohl er die halbe Nacht nicht mehr in Erinnerung hatte. Jetzt mussten nur noch die Justizbehörden die Geschichte der beiden glauben. Aber schon das Cloppenburger Amtsgericht hatte so seine Zweifel gehabt. Diese Zweifel teilte gestern auch die Oldenburger Berufungskammer. Mehr noch: Sie war davon überzeugt, dass der Angeklagte gefahren war.

Ein wesentliches Indiz dafür war der Umstand, dass der Angeklagte auf dem Fahrersitz gesessen hat und angeschnallt gewesen ist. Außerdem, so die Überzeugung des Gerichtes, hätte er sein „Baby“ nie von einem anderen fahren lassen. Deswegen wurde die Berufung des Angeklagten gegen das Cloppenburger Urteil auch verworfen.

wz

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