SPD in Oldenburg fordert Kastrationspflicht für Katzen

Allheilmittel Skalpell?

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Delmenhorst hat es vorgemacht, nun setzt auch die SPD in Oldenburg auf das tierische „Allheilmittel“.

Die stärkste Fraktion im Stadtrat will der hohen Katzenpopulation durch die Einführung der Kastrationspflicht Herr werden und den „tierschutzwidrigen Umständen“, unter denen die Tiere leben müssen, ein Ende setzen. „Es hat sich gezeigt, dass die bisher betriebenen und weiterhin laufenden Kastrationen herrenloser Katzen durch die Tierschutzvereine für sich allein gesehen nicht geeignet sind, wirkungsvoll und dauerhaft eine Stabilisierung der Population auf niedrigem Stand zu gewährleisten“, gab Fraktionsmitglied Germaid Eilers-Dörfler in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Antrag für die nächsten Fachausschusssitzungen für Umwelt und Stadtgrün sowie des Haushalts- und Finanzausschusses, den die Sozialdemokraten gestern Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner übersandten, sieht die Kastration und Kennzeichnung aller freilaufenden Katzen vor, ob sie einen Halter haben oder nicht. „Die Zahl der herrenlosen und verwilderten Katzen und die damit einhergehenden Probleme haben stark zugenommen“, so Eilers-Dörfler: „Die Tiere pflanzen sich unkontrolliert fort und fristen unter erbärmlichen Gegebenheiten ihr Leben.“ Die Tierheime seien nicht in der Lage, die Masse an Tieren zu bewältigen. Tierschutzvereine in Oldenburg hätten wegen Kapazitätsauslastung bereits Aufnahmestopp verhängt. „Die Unterbringung und tierärztliche Versorgung verursacht erhebliche Kosten, für die auch die Stadt per Vertrag einen nicht unerheblichen Zuschuss bereitstellen muss.“

Die Finanzen könnten für den SPD-Antrag auch zum größten Hindernis werden. Die Bundesregierung hat Ende Dezember ein nationales Gesetz zur Kastration wegen „eines zu hohen bürokratischen Aufwands“ abgelehnt und die Verantwortung an die Kommunen weitergegeben. Eilers-Dörfler betont, dass „keine besonderen Kosten anfallen werden, weil die Überwachung der Bestimmungen vom Veterinär- und Ordnungswesen im täglichen Geschäft mit erledigt wird“. Sie verweist außerdem darauf, dass die hohen Kosten der Kastration von bis zu 150 Euro schließlich die Besitzer zahlen müssten. Doch das ist nur die Theorie. In der Praxis lässt sich der Halter einer freilaufenden oder verwilderten Katze allerdings schwierig oder gar nicht feststellen. Wer dann für den Eingriff bezahlen soll, ließ die Ratsfrau offen.

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