Wolfgang Bosbach spricht als Ehrengast bei der Mittelstandsvereinigung

„Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten“

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Der alte ist auch der neue Vorstand und freute sich über den Besuch seines Ehrengastes: Bernd Wintermann, Astrid Grotelüschen, Wolfgang Bosbach, Ralf Wessel, Anne-Marie Gowienka, Gregor Holtrup und Ingo Hermes (von links).

Landkreis/Sage - Er ging auf das Thema Flüchtlinge ein, sprach über den Krieg in der Ukraine und fand klare Worte zur Finanzmisere in Griechenland – Wolfgang Bosbach, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Innenausschusses, war Ehrengast der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU. Der Kreisverband Oldenburg-Land hatte ihn am Sonnabend nach Sage (Gemeinde Großenkneten) zum politischen Frühstück eingeladen.

Rund 150 Gäste lauschten den Ausführungen Bosbachs in der Gaststätte „Haaster Krug“. Er sei „ein Junge aus dem Leben“, kündigte die MIT-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen ihren Parteifreund an. „Er ist direkt und glaubwürdig. Sein Wort setzt er in die Tat um.“ Bosbach bedankte sich für die Einladung und die damit verbundene Gelegenheit, erstmals in die Gemeinde Großenkneten zu kommen. Je nach Gegenstand ging Bosbach humorvoll oder mal ernsthaft auf die aktuelle Situation im In- und Ausland ein.

Er sei glücklich, in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen, wo Freiheit und Wohlstand herrschten, erklärte Bosbach. „Das ist unseren Eltern und Großeltern zu verdanken“, erinnerte er an den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch dass die Deutschen seit nunmehr 70 Jahren in Frieden leben könnten, hob er hervor. Kritisch sah er das wachsende Verdrossenheit in der Bevölkerung, nicht unbedingt gegenüber politischen Themen, aber gegenüber den Akteuren. „Noch nicht einmal zwei Prozent der Menschen sind in einer Partei“, belegte er seine Aussage.

Doch wirkliche Krisenherde machte nur er außerhalb Deutschlands aus: , sagte Bosbach. Mit Sorge betrachtet er den Konflikt in der Ukraine und erinnerte daran, dass dieses Land gerade einmal einmal zwei Flugstunden entfernt sei. Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs werde dort versucht, mit militärischen Mitteln Grenzen neu zu ziehen. „Immer mehr militärische Gewalt führt zur Eskalation“, mahnte er deutlich. Für ihn müssen die Auseinandersetzungen friedlich gelöst werden.

Im Hinblick auf die vielen Flüchtlinge aus Krisenregionen forderte Bosbach eine gerechtere Verteilung auf die Länder der Europäischen Union. „Die EU kümmert sich doch sonst auch um jede Glühbirne“, lautete sein sarkastischer Seitenhieb, „jetzt brauchen wir dringend einheitliche Standards.“ Und weiter: „Wir sollten uns wirklich auf solche Flüchtlinge konzentrieren, die diesen Schutz brauchen und suchen“, so Bosbach. Immer mehr Flüchtlinge kämen aus Ländern, die von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) beherrscht werden. „Und das hat inzwischen eine enorme Größenordnung“, machte der 62-Jährige deutlich, „ein Gebiet, das fast so groß ist wie Großbritannien.“ Die Grausamkeit des IS gegenüber Andersdenkenden sei „kaum noch zu überbieten“, erklärte er.

Auch die anhaltende Finanzkrise in Griechenland ließ Bosbach nicht aus. Aus seiner Sicht habe die deutsche Soforthilfe mit 240 Milliarden Euro nicht viel gebracht. Im Gegenteil: Die Schulden seien noch weiter gestiegen. Und auch mit noch mehr Geldzuwendungen sei die Krise kaum lösbar. Deshalb sprach sich der Politiker gegen eine weitere Aufstockung der Finanzhilfen aus.

Im Anschluss an die Rede des Ehrengastes, für die er großen Beifall bekam, hielt der MIT-Kreisverband seine Jahreshauptversammlung ab. Dabei sprachen die Mitglieder dem Vorstand erneut das Vertrauen aus: Grotelüschen ist weiterhin Vorsitzende, ihre Stellvertreter sind Anne-Marie Glowienka und Ingo Hermes. Schatzmeister bleibt Bernd Wintermann und als Beisitzer fungieren Gregor Holtrup, Ralf Wessel und Stefan Wachholder.

jb

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