Soziale Medien helfen Bundestagsabgeordneten

Kontakt vor Ort: Whatsapp an die Wähler

Bleibt bei Facebook: Astrid Grotelüschen (CDU)

Landkreis/Delmenhorst - Von Katia Backhaus. Kontakt mit den Wählern vor Ort zu halten ist auch für die hiesigen Bundestagsabgeordneten nicht immer leicht, wenn sie im rund 400 Kilometer entfernten Berlin sitzen. Da helfen soziale Medien wie Facebook und Twitter. Ganz neu ist der Whatsapp-Dienst der SPD-Politikerin Sabine Mittag.

Klone gibt es noch nicht, aber soziale Medien machen es möglich: Politiker, die an mehreren Orten gleichzeitig unterwegs sind. Auf Plattformen wie Twitter, Facebook und Instagram sind auch die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Delmenhorst, Wesermarsch, Oldenburg-Land vertreten und so gleich mehrfach präsent - und das auch, wenn sie gerade in Berlin sind. Ein weiterer Dreh für mehr digitalen Wählerkontakt ist die direkte Ansprache per Whatsapp-Nachricht. SPD-Abgeordnete Susanne Mittag hat am Freitag ihren Whatsapp-Service „Mittag Mobil“ gestartet.

Wer sich dort anmeldet, soll pro Woche bis zu drei Nachrichten mit aktuellen Informationen aus Berlin und dem Wahlkreis bekommen. Zum Wochenauftakt soll jeweils ein kurzes Video verschickt werden, in dem Mittag die Themen und Termine der Woche vorstellt, erläutert Matthias Kluck aus dem Delmenhorster Wahlkreisbüro der SPD-Politikerin. Alle Nachrichten sind dem Anspruch „kurz, knackig, verständlich“ verpflichtet. „Wir wollen die Schnelllebigkeit der aktuellen politischen Diskussion darstellen“, sagt Kluck.

Für den Dienst Whatsapp haben sich Mittag und ihr Team entschieden, weil ihnen Authentizität wichtig ist. Mittag nutze die Nachrichtenanwendung auch privat, sagt Kluck. Außerdem sollen die Botschaften Mittags die Menschen möglichst direkt erreichen: „Nicht jeder guckt ständig auf die Webseite von Susanne Mittag.“

Per Kurznachricht im Kontakt: Susanne Mittag (SPD)

Bei den hiesigen Genossen sei die Idee gut angekommen, berichtet Kluck. Im Dezember und Januar stellte Mittags Team das Projekt den Parteikollegen aus Niedersachsen und Bremen vor. Die Frage ist nun, wie gut das Angebot von den Bürgern angenommen wird: Bis Montagmittag hatten sich laut Kluck 53 Personen für „Mittag Mobil“ angemeldet. Einsehbar ist diese Zahl nur für das Team - aus Datenschutzgründen.

Bei Facebook hingegen lässt sich leicht erkennen, wer von den drei Bundestagsdelegierten des Wahlkreises - gemessen an Followern und „Gefällt mir“-Klicks - vorne liegt: der FDP-Abgeordnete Christian Dürr. Er kommt auf 6 355 Abonnenten und 6 310 Likes. Platz zwei belegt die CDU-Politikerin Astrid Grotelüschen. 2 717 Menschen folgen ihrem Kanal, 2 496 haben auf „Gefällt mir“ geklickt. Mittag hingegen versammelt nur 1 351 Follower, sie hat 1 347 Likes.

Auf mehreren Kanälen:Christian Dürr (FDP)

Dürr ist auch beim Kurznachrichtendienst Twitter und der Fotoplattform Insta-gram präsent. Mit diesen drei Kanälen will der FDP-Abgeordnete möglichst viele unterschiedliche Menschen auf einfache Art und Weise erreichen. „Facebook ist grundsätzlich die Platform, auf der man sich über meinen Alltag informieren kann“, erläutert Dürr auf Anfrage. Bei Instagram teilt er „schöne oder wichtige Momente“ des politischen Alltags, Twitter ist der Kanal, den Dürr für den eher fachspezifischen Austausch mit Journalisten und Kollegen nutzt. In einem Whatsapp-Service sieht der FDP-Politiker für sich keinen Mehrwert. „Wichtig ist ja, dass die Kommunikation in beide Richtungen geht, von meinen Followern an mich, und von mir an meine Follower“ - und das sei auch bei Facebook möglich.

Die Christdemokratin Grotelüschen will für die Bürger sowohl über die bewährten Kommunikationswege als auch über die sozialen Medien oder per Whatsapp erreichbar sein. Für ihre Arbeit sei das Handy für sie aus diesem Grund sehr wichtig, teilt sie auf Anfrage mit. Die CDU-Politikerin betont aber auch, dass sie bewusst zwei Bürgerbüros - in Berne und Wildeshausen - unterhält. Da neben E-Mail, Telefon und Homepage Social Media immer mehr genutzt werde, wisse sie auch, dass die Leute den direkten Kontakt zu ihr schätzten. Dabei gelte für sie der Grundsatz Qualität vor Quantität: „Deshalb betreue ich meine Kanäle selbst“, schreibt Grotelüschen.

Parteien am Handy

Die FDP installierte im Zuge des Bundestagswahlkampfs bereits im Juli 2017 einen Whatsapp-Service. Vor rund einem Jahr - pünktlich zu den damals laufenden Koalitionsverhandlungen - startete dann die SPD einen Partei-Whatsapp-Kanal. Die CDU ist seit Mitte November 2018 dabei. Inzwischen bieten zahlreiche Abgeordnete, aber auch Orts- und Kreisverbände, aller Parteien ein Abo für Meldungen per Kurznachricht an. Das Vorgehen ist dabei immer gleich: Man speichert die angegebene Handy-nummer und schickt eine Startnachricht. So wird man Teilnehmer des Chats und kann Nachrichten empfangen.    kab

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