Wenn das frische Gemüse geht, kommt der Grünkohl /„Viele Vitamine“

Winnetou im Kochtopf

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Im Herbst ist es soweit: Der Grünkohl ist ausgewachsen und kann geerntet werden. Eine längere Kälteperiode zuvor beeinflusst den Geschmack zudem positiv.

Oldenburg - Wer in diesen Tagen auf dem Markt ein Kilo „Elstar“ wünscht, bekommt mit Sicherheit eine Tüte Äpfel in die Hand gedrückt. Aber wer sich nach „Lerchenzungen“ erkundigt, schaut in ratlose Gesichter. Da wäre es besser, man hätte einfach nach Grünkohl gefragt. „Es gibt relativ viele Sorten Grünkohl, aber als solche kann man sie nur selten einkaufen“, erklärt Prof. Dirk Carl Albach, Direktor des Botanischen Gartens der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zwischen 70 und 80 Sorten des Wintergemüses sind bekannt, darunter relativ viele alte Züchtungen.

Ganz gleich ob „Ostfriesische Palme“, „Winnetou“ oder „Lerchenzunge“ – Grünkohl gehört zu den wichtigen Wintergemüsen. „Grünkohl enthält viele Vitamine und andere gesunde Inhaltsstoffe. Zugleich beginnt die Saison dann, wenn bei uns das frische Gemüse ausgeht“, sagt Albach. Und er hat noch einige weitere Inhaltsstoffe, die für die Gesundheit förderlich sind. So spielt der Grünkohl bei der Krebsheilung eine Rolle, er ist gut für die Augen und ein Mittel gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Die Erntezeit startet in der Regel im Herbst. „Es muss nicht frieren, bevor die Ernte beginnt“, sagt die Buchautorin Katharina Adams Linnich. Aber längere Kälteperioden sind wichtig, weil sie den Geschmack positiv beeinflussen. Man erntet immer nur die größten Blätter und lässt das Herz stehen, denn in der frostfreien Zeit wächst der Grünkohl weiter.

Die Kultur für Grünkohl beginnt ungefähr im Mai. „Je nachdem, wo man wohnt, ist es schwierig, Jungpflanzen zu bekommen“, sagt sie. In Norddeutschland ist es etwas leichter, weil der Grünkohl in dieser Region weit verbreitet ist. Alternativ bietet sich die Aussaat an. „Ab Juni kann man die Sämlinge vereinzeln.“ Der endgültige Abstand zwischen den Pflanzen sollte bei etwa 50 Zentimetern liegen. „Wie alle Kohlarten ist auch der Grünkohl ein Starkzehrer“, erklärt Adams Linnich. Dieses Gemüse braucht also eine recht gute Versorgung mit Stickstoff. Die Autorin empfiehlt daher, auf der Fläche vorher Leguminosen abzubauen, also Schmetterlingsblütler wie Erbsen, Lupinen oder Klee. Diese Pflanzengruppe ist in der Lage, durch eine Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden und den Nährstoffgehalt auf diese Art und Weise zu verbessern.

Zudem tut dem Kohl die Mischkultur mit Bohnen gut. Auch Kompost oder Stalldung helfen, organischen Stickstoff in den Boden einzutragen und so die Wachstumsbedingungen zu verbessern.

Der Boden sollte nicht zu trocken sein, daher empfehlen sich schwerere Lehmböden für die Kultur, und gerade die Jungpflanzen muss der Gärtner regelmäßig gießen. Außerdem sollte er den Sommer über die obere Bodenschicht mit der Hacke lockern. Dadurch verdunstet weniger.

Ein Problem ist die Kohlhernie, die leicht an den stark geschwollenen Wurzeln zu erkennen ist. Diese Krankheit wird durch einen Parasiten verursacht, der im Boden überdauert. „Je nach Boden sollte man nur alle drei bis sieben Jahre Kreuzblütler an der gleichen Stelle pflanzen“, rät die Autorin daher.

Typische Schädlinge wie den Kohlweißling findet man auch am Grünkohl. „Es ist ganz unterschiedlich, wie anfällig die verschiedenen Grünkohlsorten sind“, sagt Albach. So ist etwa der Italienische Grünkohl besonders betroffen. Adams rät hier vor allem zu einer mechanischen Abwehr mit sehr feinmaschigen Netzen, die über den Beeten die Eiablage verhindern.

Ein weiterer Schädling, der an Grünkohl vor allem im Sommer beobachtet wird, ist die Weiße Fliege. „Bei einem starken Befall kann man die Blätter gründlich mit Rainfarnbrühe abspritzen“, rät die Buchautorin. Diese Methode habe den Vorteil, dass ein späterer Verzehr unbedenklich sei.

dpa

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