Vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Inhaber eröffnet

Dunkle Wolke schwebt über der Harpstedter Mühle

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Eine dunkle Wolke schwebt über der Harpstedter Windmühle.

Harpstedt - Von Ove Bornholt. Das Amtsgericht Delmenhorst hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen den Inhaber der Harpstedter Windmühle, Helmut Nienaber, eröffnet. Theoretisch ist es denkbar, dass die Mühle verkauft oder gar abgerissen wird.

„Es herrscht große Ungewissheit, damit hat niemand gerechnet“, sagte Fleckendirektor Ingo Fichter auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch Nienhaber gibt sich optimistisch. „Es wird nicht zur Insolvenz kommen“, versicherte er.

Zu den Gründen für das seit dem 10. Juni laufende Verfahren und den Details wollte sich Nienaber nicht äußern. Er betreibt auch den Laden für Mühl- und Gartenbedarf an der Freistraße in Harpstedt direkt vor der Mühle. „Ich werde die Insolvenz abwenden“, betonte er. Noch ist das Verfahren nur vorläufig (siehe Infokasten), nach der Prüfung durch den vorläufigen Insolvenzverwalter wird entschieden, ob das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet wird.

Die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Folgen sind aus zwei Gründen heikel. Zum einen habe die Mühle eine erhebliche Bedeutung für den Flecken, erklärte Fichter. „Sie ist eines unserer Wahrzeichen, deshalb ist der Rat damals ja auch in die Sanierung eingestiegen.“ Das führt direkt zum zweiten heiklen Punkt. Vor einigen Jahren sanierten der Flecken und die EU die Mühle für insgesamt rund 626000 Euro. Aus der Gemeindekasse flossen rund 340000 Euro. Damals bestanden beachtliche Schäden aufgrund der Witterung an dem 1870 errichteten Gebäude.

„Es ist blöd, wenn jemand von Insolvenz bedroht ist, wenn die öffentliche Hand Gelder reingepumpt hat“, bewertete Fichter den aktuellen Vorgang. Doch damit nicht genug: Sollte die Mühle abgerissen werden, sei es möglich, dass Forderungen seitens der EU über die Rückzahlung von Fördersummen kommen, so Fichter. Doch: „Warum sollte man eine komplett sanierte Mühle abreißen?“, fragte der Gemeindedirektor rhetorisch.

Grundsätzlich unabhängig von einem neuen Eigentümer sieht er die Verpflichtung, die Mühle der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Müller Nienaber hatte sich in einem mit dem Flecken geschlossenen Vertrag verpflichtet, die Windmühle innerhalb gewisser Grenzen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Diese Last obliegt auch einem eventuellen neuen Eigentümer. Da kann er nicht raus“, so Fichter.

Zu eventuellen finanziellen Forderungen des Fleckens gegenüber Nienaber wollte Fichter sich nicht äußern. Aber er schloss diese, zum Beispiel über die Grundsteuer, auch nicht aus.

Über eine Zwangsversteigerung und ein Interesse des Fleckens, die Mühle selbst zu kaufen, wollte der Gemeindedirektor nicht spekulieren. „Abwarten“, heißt seine Devise. „Das müsste auch der Rat entscheiden.“

Flecken-Bürgermeister Werner Richter hat sich mit einem eventuellen Kauf der Mühle durch die Gemeinde noch nicht auseinandergesetzt. „Ich kann mir das allerdings schwer vorstellen“, meinte er. Dabei sei es grundsätzlich sehr erstrebenswert, dass der Betrieb der Mühle erhalten bliebe. Und das am Besten weiter mit Nienaber als Inhaber. „Er ist wirklich ein kundiger Mensch und hat sich sehr engagiert“, lobte Richter den Müller. Es wäre schade, wenn die Mühle einen anderen Betreiber bekäme. Sollte dieser Fall dennoch eintreten, gehe er allerdings auch davon aus, dass die Verfügbarkeit des Gebäudes für die Öffentlichkeit auch bei einem Besitzerwechsel erhalten bleiben muss.

Dazu hatte sich vor drei Jahren auch der Harpstedter Mühlenverein gebildet, dessen Ziel es ist, „Maßnahmen zu treffen, um die langfristige Nutzung der Windmühle im Rahmen der Heimatpflege, Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur zu gewährleisten“. Die Vereinsgründung wurde damals auch seitens der Politik in der Samtgemeinde unterstützt. „Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dann soll das Ganze auch vernünftig weitergeführt werden“, begründete Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes die Gründung des Vereins während der konstituierenden Sitzung im Jahr 2011.

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