Zu viel Bürokratie und realitätsferne Arbeitszeiten durch den Mindestlohn

Gastronomie fühlt sich vom Gesetzgeber abserviert

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Die Gastronomie im Landkreis kritisiert die Verordnungen im Zusammenhang mit dem neuen Mindestlohngesetz

Landkreis - Das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis kritisiert das Mindestlohngesetz. Dabei geht es nicht um die Vergütung von 8,50 Euro pro Stunde, sondern um Anforderungen, die an ihrer Lebenswirklichkeit vorbeigingen. Am Donnerstag kam es zu einem Treffen mit der Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU).

„Das größte Problem, das wir haben, sind die Regelungen zur Arbeitszeit“, berichtete Uwe Meyer. Er betreibt eine Gaststätte in Huntlosen (Gemeinde Großenkneten). Als Beispiel nennt er das Ausrichten einer Hochzeit, die mit einem Empfang am Nachmittag beginnt und sich bis in der Regel bis tief in die Nacht zieht. „Unsere Mitarbeiter beginnen eine Stunde vorher mit den Vorbereitungen und brauchen am Ende eine weitere Stunde zum Aufräumen“, erklärt er. Mit den gesetzlich vorgeschriebenen maximal zehn Stunden Arbeitszeit komme die Gastronomie dabei nicht aus.

Einziger Ausweg wäre eine zweite Schicht, aber das sei nicht praktikabel. „Dafür finde ich keine Mitarbeiter“, sagte Meyer. Ein Gastronom aus Streekermoor (Gemeinde Hatten) ergänzte, dass auch die Gäste darauf wert legen würden, durchgehend vom selben Servicepersonal bedient zu werden. Die Regelungen im Arbeitsschutzgesetz sind nicht neu, erklärt Meyer, aber seit Einführung des Mindestlohns werden sie automatisch mitkontrolliert. „Das ist für uns eine Bußgeldfalle“, klagte der Huntloser.

Überhaupt sei die akribische Auflistung der Arbeitszeit zusätzlicher Aufwand. Die Gastronomen fordern deshalb eine Absenkung der Grenze für diese Dokumentationspflicht. Darüber hinaus: Bei geringfügig Beschäftigten sei die Arbeitszeit ohnehin klar vertraglich geregelt. Und auch, dass der bürokratische Aufwand für Familienmitglieder betrieben werden muss, die im Betrieb helfen, verstehen die Gastronomen nicht.

Grotelüschen berichtete von „wahnsinnig vielen Zuschriften“, die sie zu diesem Thema bekommen habe. Und sie könne die Nöte der Gastronomen nachvollziehen. „Es geht nicht darum, das Gesetz zu ändern“, zog sie ein persönliches Fazit nach dem Gespräch, „aber die Verordnungen müssen praxisnah gestaltet werden.“ Diesen Impuls werde sie mit nach Berlin nehmen, erklärte Grotelüschen, und das Gespräch mit Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) suchen.

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