Verwaltung fordert, Bedingungen für eine bessere Überwachung zu schaffen

Kreis will verstärkt gegen Dünge-Sünder vorgehen

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Übermäßiges Düngen sorgt für eine Nitratbelastung der Böden.

Landkreis - Der Nährstoffbericht für Wirtschaftsdünger, den die niedersächsische Landwirtschaftskammer im März zum zweiten Mal vorgelegt hat, beschäftigte gestern Abend den Umweltausschuss des Landkreises. Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz, berichtete über die Situation im Landkreis. Hier sei die Situation zwar weniger dramatisch als in anderen Regionen in Weser-Ems, dennoch besteht laut Hahn dringender Handlungsbedarf.

„Bei kritischer Betrachtung haben wir schon jetzt ein Flächendefizit im Hinblick auf Stickstoff und Phosphor“, erklärte Hahn. Die Werte hätten sich im Vergleich zum ersten Nährstoffbericht erhöht. Ursachen dafür seien die gestiegenen Tierzahlen, aber auch der Umstand, dass inzwischen mehr Betriebe ihrer Meldepflicht nachkommen, so Hahn. Hinzu kämen mehr Gärreste aus Biogasanlagen und ein geringerer Abtransport des Düngers. „Die Obergrenze von jährlich 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar ist noch nicht überschritten“, erklärte Hahn weiter. „Aber diese Grenze sagt wenig über eine angemessene Düngung aus.“

Außerdem führe die aktuelle Überarbeitung der Düngeverordnung durch die Bundesregierung zu einer Verschärfung der Regeln, so dass der Grenzwert bei Inkrafttreten des Gesetzes und gleichbleibenden Zahlen im Landkreis künftig eben doch überschritten werde. Noch deutlicher zeige sich das Problem schon jetzt beim Phosphor.

Nach Ansicht der Kreisverwaltung sollten deshalb möglichst schnell verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Dazu zählt laut Hahn auch, die Bedingungen für eine Überwachung durch die Düngebehörde zu schaffen und diese zu verstärken. Das hieße unter anderem, dass die Kreisverwaltung auf die Daten der Landwirtschaftskammer zugreifen kann, um zu prüfen, ob ein Betrieb seinen Abgabeverpflichtungen vollständig nachkommt. „Das wäre ein ganz einfacher Weg, die Spreu vom Weizen zu trennen“, erklärte Hahn, denn der weit überwiegende Teil halte sich an die Spielregeln.

Daneben wünscht sich die Kreisverwaltung eine Zertifizierung von Güllebanken und Transportunternehmen. Ein solches „Gütesiegel“ solle Voraussetzung werden für die Anerkennung von Abgabeverträgen. Einen Verbesserungsvorschlag gab es auch für den Nährstoffbericht als solchen. Dieser solle künftig alle Nährstoffträger berücksichtigen.

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