Verfahren gegen Delmenhorster Politiker wird neu aufgerollt

Kinderpornografie-Prozess gegen Ratsherren

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Mediengruppe Kreiszeitung

Delmenhorst - Neu aufgerollt wird seit Montag vor dem Oldenburger Landgericht der Prozess gegen den ehemaligen Grünen-Ratsherr Henning Suhrkamp aus Delmenhorst. Dem Angeklagten wird das Verschaffen und der Besitz von kinder- und jugendpornografischen Bildern und Schriften angelastet. Der 44-Jährige war in einem ersten Prozess vom Delmenhorster Amtsgericht im Sinne der Anklage schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt worden.

Gegen dieses Urteil hatten aber sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Hannover, die das Verfahren führt, Berufung eingelegt. Während der Angeklagte unschuldig sein will und einen Freispruch verlangt, fordert die Anklagebehörde eine deutlich höhere Strafe für den 44-Jährigen.

„Wir haben alle Edathy im Kopf“, sagte zu Beginn der Berufungsverhandlung die Vorsitzende Richterin. Ihre Anregung, beide „Parteien“ könnten doch ihre jeweilige Berufung wieder zurücknehmen und damit das erste Urteil akzeptieren, fand kein Gehör. Nun muss verhandelt werden.

Den Feststellungen des ersten Urteils zufolge hatten ehemalige Nachbarn des Angeklagten beim Entrümpeln seiner Wohnung kinder- und jugendpornografische Bilder gefunden. Auch auf Suhrkamps Laptop und auf mehreren USB-Sticks seien solche Bilder sichergestellt worden. Die Verteidigung indes sieht darin noch lange keinen Beweis. Sie stellte den Antrag, die nach der Entrümpelung entdeckten Bilder und Zettel auf Fingerabdrücke hin untersuchen zu lassen. Mehrere Personen hätten auch freien Zugang zur Wohnung des Angeklagten und seinem Laptop gehabt. Auch andere Personen könnten etwas heruntergeladen haben, so die Verteidigung. Darüber hinaus speichere ein Computer sofort Daten, wenn etwas nur angeklickt werde. Dazu soll nun ein Gutachter geladen werden, der das Download-Verfahren erklärt.

Im ersten Prozess war noch eine Bekannte des Angeklagten als Zeugin aufgetreten, die den 44-Jährigen entlastet hatte. Das Amtsgericht hatte ihr aber nicht geglaubt. Mittlerweile ist ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau eingeleitet worden. Deswegen konnte sie nun die Aussage verweigern. Was sie im ersten Verfahren gesagt hat, dazu sollen nun der Delmenhorster Richter oder der damalige Sitzungsvertreter als Zeugen gehört werden.

Das Verfahren wird am 12. November fortgesetzt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Fraktion der Grünen Suhrkamp ausgeschlossen. Er sitzt aber noch im Rat. In der Jugendarbeit indes soll der Angeklagte nicht mehr tätig sein.

wz

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