Trend geht nun eher zu illegalen Drogen

Komasaufen: Fallzahlen sinken erneut

Vechta - Von Normann Berg. Das sogenannte Komasaufen bei Kindern und Jugendlichen scheint aus der Mode zu sein. Im zweiten Jahr in Folge sank die Zahl der registrierten Fälle in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg deutlich, diesmal zusammen um 17 Prozent, wie aus Daten des Statistisches Bundesamtes und der Krankenkasse DAK hervorgeht. Im Landkreis Oldenburg sind die Zahlen deutlich höher.

Im Landkreis Vechta mussten den Angaben zufolge im Jahr 2014 insgesamt 46 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. 2013 waren es noch 56, 2012 sogar 68. Im Zwei-Jahres-Vergleich entspricht das einem Minus von 32 Prozent.

In Relation zur Bevölkerung hat Cloppenburg die besten Werte in der Region. 2,09 Fälle je 1000 Einwohner dieser Altersgruppe liegen deutlich unter dem Durchschnitt in Deutschland (2,85) und in Niedersachsen (2,60).

Ebenfalls unter den Vergleichswerten bewegen sich die Fallzahlen aus dem Landkreis Diepholz (2,46). Im Mittelfeld rangieren die Landkreise Vechta (2,67) und Osnabrück (2,70). Schlusslicht in der Region ist der Landkreis Oldenburg. Im Jahr 2014 wurden dort 2,97 Komasäufer je 1000 jugendliche Einwohner registriert.

Fachleute fordern trotz der insgesamt sinkenden Fälle eine unverminderte und frühzeitige Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens. „Es landen immer noch zu viele Kinder und Jugendliche betrunken in einer Klinik“, sagt der Leiter der DAK-Dienststellen Cloppenburg und Vechta, Hartmut Schrandt.

Von Entwarnung ist auch bei der Suchtberatungsstelle in Vechta keine Rede. Allein im Jahr 2014 haben dort nach eigenen Angaben 57 Personen im Alter unter 20 Jahren Rat und Hilfe gesucht. Der Anteil der jungen Klienten liegt bei 19 Prozent und ist damit deutlich höher als im Niedersachsen-Durchschnitt (acht Prozent). Vermehrt wurde zuletzt beobachtet, dass Jugendliche eher zu illegalen Drogen als zu Alkohol greifen.

In Deutschland kamen im Jahr 2014 etwa 22400 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Im Jahr zuvor waren es noch fast 1000 mehr – ergibt ein Minus von vier Prozent. Gleiches Bild in Niedersachsen: Im Vorjahresvergleich sank die Zahl von 2296 auf 2134. Das ist ein Rückgang von sieben Prozent.

Rubriklistenbild: © dpa

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