Täter wählte ausgerechnet den Wagen eines Polizisten aus

Auto zerkratzt: 1600 Euro Strafe

Vechta - Wegen Sachbeschädigung muss ein 71-jähriger Vechtaer eine Geldstrafe von 1600 Euro zahlen. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Vechta ist gestern vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Den Feststellungen zufolge hat der Angeklagte in der Nähe seines Hauses in Vechta ein Fahrzeug zerkratzt. Pech für den Angeklagten: Das Fahrzeug gehörte ausgerechnet einem Polizisten.

Warum er das Auto angegangen hatte, ist nicht klar. Ebenso kam nicht heraus, ob der Senior wusste, dass das Auto tatsächlich einem Polizisten gehört. Über das Motiv für die Sachbeschädigung wird gerätselt. Wenn er von dem Eigentumsverhältnis Kenntnis gehabt hätte, könnte er mit dem Beamten noch eine Rechnung offen gehabt haben. So oder so: Dass es das Auto eines Polizisten war, sollte dem 71-Jährigen zum Verhängnis werden.

Insgesamt neunmal war das Fahrzeug zerkratzt worden. Nach dem achten Mal hatte es dem Polizisten gereicht. Zusammen mit Kollegen legte er sich auf die Lauer. Und wer schlich plötzlich um das Fahrzeug herum? Es war der Angeklagte. Als die Beamten den älteren Mann zur Rede stellten, war das Auto schon wieder zerkratzt. Dass es der Angeklagte war, hatte allerdings keiner gesehen. Und auch bezüglich der anderen acht Fälle gab es keinen Beweis dafür, dass der 71-Jährige der Täter war.

Die ersten acht Fälle spielten dann im Verfahren auch keine Rolle, wohl aber der neunte Fall. Das Amtsgericht war davon überzeugt, dass der Angeklagte für diesen verantwortlich war. Er selbst hatte das vehement bestritten und deswegen Berufung gegen das Amtsgerichts-Urteil eingelegt. Er wollte freigesprochen werden.

Aber auch die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt. Sie wollte eine deutlich höhere Strafe erreichen. Nachdem die Oldenburger Berufungskammer nun aber signalisierte, dass nach Aktenlage das erste Urteil in Ordnung geht, und die Staatsanwaltschaft versprach, ihre Berufung zurückzuziehen, wenn das auch der Angeklagte tue, verzichtete der 71-Jährige auf sein Rechtsmittel.

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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