Delmenhorster soll Tat begangen haben

Im Suff den Kumpel totgetreten

Delmenhorst - Wegen Körperverletzung mit Todesfolge muss sich seit Dienstag ein 48 Jahre alter Mann aus Delmenhorst vor der Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 2. Juli 2014 in der Delmenhorster Wohnung einer 57-Jährigen einen Zechkumpanen so schwer misshandelt zu haben, dass dieser einen Tag später an den lebensgefährlichen Verletzungen verstarb.

Zu viert hatte man damals in der Wohnung gesessen und massiv Alkohol konsumiert. Ohne größeren Anlass soll der Beschuldigte dann das spätere Opfer attackiert haben. Laut Anklage kam es zu massiven Körperverletzungshandlungen, überwiegend durch Tritte in den Brust- und Kopfbereich des Opfers. Zehn Rippen und der Halswirbel waren zertreten worden und hatten sich teils in die Lunge gebohrt. Einige Stunden hatte das Opfer noch gelebt, dann war es verstorben.

Die Anklage sieht zwischen Tritten und Tod einen Zusammenhang. Und als mutmaßlichen Täter benennt die Staatsanwaltschaft den jetzigen Angeklagten. Der allerdings sieht das ganz anders. Er sei damals in der Wohnung gewesen und habe dort auch zwei Bier getrunken, verletzt habe er aber keinen, erklärte der 48-Jährige. Schwer belastet wurde er jedoch von der Wohnungsinhaberin. Sie habe gesehen, wie der Angeklagte das Opfer massiv getreten habe, sagte die 57-Jährige.

Auch die Ermittlungen haben ergeben, dass die tödlichen Tritte von dem jetzigen Angeklagten stammen. Der 48-Jährige ist wegen Gewaltdelikten erheblich vorbestraft und saß auch schon längere Zeit im Gefängnis. Er war erst einige Monate vor der Tat, die jetzt verhandelt wird, aus der Haft entlassen worden. Die Schwurgerichtskammer hat einen Gerichtsmediziner zu dem Verfahren hinzugezogen. Er soll Auskunft über die Schwere der Verletzungen geben und zur Todesursache Stellung nehmen. Das Verfahren wird am 21. April fortgesetzt.

wz

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