DRK Wasserwacht sorgt für Sicherheit

Strandwache auf Wangerooge

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Felix Brudler aus Oldenburg (links) und Fabian Kremels aus Krefeld beim Streifendienst am Strand von Wangerooge.

Wangerooge - Paula ist weg. Die Achtjährige war zum Baden ins Wasser am Strand von Wangerooge gegangen und hat den Strandkorb der Eltern auf dem Rückweg nicht wieder gefunden. Die besorgte Mutter sucht Hilfe bei den Rettungsschwimmern des DRK. Diesen Fall schildert es der DRK-Landesverband Oldenburg in einer Pressemitteilung.

Noch bevor Einsatzleiter Philippe Dilger seine Leute zum Suchen losschickt, taucht Paula wieder auf. „Das war die vierte Vermisste heute“, erzählt Dilger und wirkt dabei ganz unaufgeregt. Mit Action à la „Baywatch“ hat der Dienst auf Wangerooge wenig gemein. Tagesgeschäft für den Wachleiter der DRK-Station am Strand von Wangerooge. Seit Mai sind die Einsatzkräfte der DRK Wasserwacht des Kreisverbandes Oldenburg-Stadt auf der Insel im Einsatz. Unterstützt werden sie von Rettungsschwimmern, -assistenten und Sanitätern des DRK aus dem ganzen Bundesgebiet.

Streifendienst am Strand

„Johannes Neumann, Technischer Leiter der Wasserwacht des Kreisverbandes Oldenburg-Stadt, wurde vom Bürgermeister aus Wangerooge angesprochen, ob das DRK in diesem Jahr die Strandwache übernehmen kann“, erzählt Dilger. Da der Auftrag für den DRK Kreisverband allein zu groß ist, übernahm der DRK-Landesverband Oldenburg die Koordination und Projektleitung.

Dilger koordiniert die Wachpläne, die Einsätze der Helfer und kümmert sich mit anderen um die Aus- sowie Weiterbildung. In der Wachstation sind die Rettungsschwimmer jeden Tag von 10 bis 18 Uhr anzutreffen. Während der Hauptbadezeit, die jeweils drei Stunden vor Hochwasser ist, sind die beiden Wachtürme am rund ein Kilometer langen Hauptstrand besetzt. „In der übrigen Zeit übernehmen wir den Streifendienst am Strand“, sagt Dilger. Dann müssen die Rotkreuzler das ein oder andere Pflaster kleben, weil sich Badegäste die Füße an den Steinen der Buhnen aufgeschnitten haben. „Daneben gibt es Schürfwunden nach Stürzen oder Kreislaufprobleme nach einem zu langen Sonnenbad“, berichtet der Wachleiter. Doch auch ernsthafte Gefahrensituationen galt es schon zu bewältigen. „Ein kleiner Junge wurde beim Baden an einer Buhne vom Strand weggetrieben. Eine unserer Rettungsschwimmerinnen hat ihn dann gerettet. Als Dankeschön kam er am nächsten Tag mit einem selbstgebackenen Kuchen in die Wachstation.“

Rettungsschwimmer - Fluss und Meer fordern ganz unterschiedliches Handeln

Die Zeit wird auch für die Aus- und Weiterbildung genutzt. „Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, die Rettungsschwimmer an das Meer heranzuführen“, betont Dilger. Denn es ist ein gravierender Unterschied, ob man in einem Fluss oder an der See zu einem Rettungseinsatz anrückt. Gezeitenströme und Wellengang sind nur einige der Besonderheiten, auf die die Strandretter achten müssen.

Zu den Helfern gehören auch Nadine Koblitz (33) aus Wolfsburg und Samira Kache (18) aus Rhauderfehn. Koblitz ist ausgebildete Rettungsassistentin und stammt eigentlich vom Bodensee. Sie ist zusammen mit ihrem Ehemann Markus Koblitz (47), einem Berufsfeuerwehrmann und Rettungstaucher, auf der Insel. „Wir können so gemeinsam die Zeit sinnvoll verbringen“, erzählt Nadine Koblitz. Nach den ersten Erfahrungen im Wachdienst will sie jetzt auch die Ausbildung zur Rettungsschwimmerin beginnen. „Der Dienst hier ist manchmal stressig, aber durchweg schön.“ Besonders der Wachdienst auf einem der Türme sei anstrengend. Während der drei Stunden haben die Rettungsschwimmer durchweg den Strand und das Meer davor im Blick. „Man beobachtet das Wasser, zählt die Gruppen“, erklärt Koblitz. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass drei Schulklassen des dritten und vierten Jahrgangs mit 75 Schülern gleichzeitig zum Baden kommen. Mit einem entsprechenden Gewusel, versteht sich.

Verschiedene Generationen - ähnliche soziale Einstellung

Besonders bemerkenswert findet Koblitz die Gemeinsamkeiten der vielen Helfer. „Da sind ja alle Generationen vertreten, aber man merkt bei allen den DRK Hintergrund und die ähnliche soziale Einstellung.“

Das ist auch für Samira Kache eine positive Erfahrung. „Man tauscht sich nicht nur über das dienstliche aus, sondern auch über private Dinge.“ Untergebracht sind die DRK-Retter in einem Wohnhaus im Ort Wangerooge. „Das ist wie eine große WG“, findet Kache.

Verpflegt werden Sie über die Küche die DRK-Kureinrichtung „Villa Kunterbunt“, gegessen wird mittags gemeinsam in der Wachstation.

Noch bis zum 15. Oktober sorgt die DRK Wasserwacht für die Sicherheit am Strand der ostfriesischen Insel. Im September wird auch Nadine Koblitz nochmals zum Dienst nach Wangerooge kommen und dann vermutlich andere DRK-Einsatzkräfte aus dem ganzen Bundesgebiet als Kollegen haben.

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